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International Japan droht mit Abschuss von Nordkoreas Weltraumrakete

Noch im Februar will Nordkorea einen Satelliten ins All bringen und dabei eine Grossrakete testen. Japan bezeichnet dies als «Provokation» und droht mit drastischen Mitteln. Auch China und Südkorea schicken Mahnungen Richtung Pjöngjang.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe neben einer japanischen Flagge an einem Rednerpult.
Legende: Japans Ministerpräsident Shinzo Abe fordert Nordkorea auf, seine Pläne aufzugeben. Keystone

Japan hat gegen einen geplanten Raketenstart Nordkoreas scharf protestiert und gedroht, die Rakete notfalls abzuschiessen. Tokios Verteidigungsminister Gen Nakatani sagte, er habe das Militär angewiesen, sie mittels Raketenabwehr abzuschiessen, sollte die Rakete japanisches Territorium bedrohen.

Pazifikländer sind besorgt

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sagte im Parlament, der von Pjöngjang angekündigte Raketenstart wäre nicht nur eine eindeutige Missachtung der UNO-Resolutionen, sondern auch für Japans Sicherheit ein «schwerwiegender Akt der Provokation». Der Rechtskonservative forderte den Nachbarstaat auf, seine Pläne aufzugeben. Japan unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea. Der Protest sei über diplomatische Kanäle übermittelt worden, sagte der japanische Aussenminister Fumio Kishida.

China habe die Regierung in Pjöngjang zur Zurückhaltung aufgefordert, sagte der Sprecher des chinesischen Aussenministeriums. Seine Regierung sei äusserst besorgt über das Vorhaben seines Nachbarlandes, erklärte er in Peking. China ist einer der wenigen Verbündeten Nordkoreas.
Das südkoreanische Verkehrsministerium kündigte an, es werde die Fluggesellschaften über die Gebiete informieren, über denen möglicherweise die Trägerrakete fliegen werde. Flugzeuge sollten diese Zonen vermeiden. Nordkorea werde einen «hohen Preis» zahlen, wenn es seine Satelliten-Pläne vorantreibe, erklärte das Präsidialamt in Seoul.

Auch die UNO beobachte die Entwicklungen genau und stehe in Kontakt mit den Beteiligten und internationalen Organisationen, sagte der UNO-Sprecher.

Nordkorea erklärte, es habe drei UNO-Organisationen über die Startpläne informiert, teilte ein UNO-Sprecher mit. Informiert wurden demnach die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) sowie die Internationale Fernmeldeunion (ITU).

Hinweise aufgrund von Satellitenbildern

Zuletzt hatten Experten des US-Korea-Instituts an der Johns-Hopkins-Universität in den USA berichtet, dass es Hinweise auf erste Vorbereitungen für einen neuen Raketenstart in Nordkorea gebe. Das gehe aus Satellitenbildern von der Raketen-Startanlage in Sohae an der Westküste hervor.

Nordkorea hatte dort Ende 2012 eine Weltraumrakete gestartet und behauptet, einen Satelliten ins All gebracht zu haben. Die USA warfen dem Land vor, einen verdeckten Test für atomar bestückbare Interkontinentalraketen unternommen zu haben. Damit könnte Nordkorea seinem Ziel näher kommen, Atomwaffen zu bauen, die klein genug sind, um sie auf Langstreckenraketen zu montieren.

Satellit oder Raketentest

Nordkorea hatte nach UNO-Angaben mitgeteilt, es wolle zwischen dem 8. und 25. Februar einen Satelliten ins All schiessen, mit dem die Erde beobachtet werden solle. Die USA und andere Regierungen vermuten allerdings, dass es sich bei solchen Vorhaben um verdeckte Raketentests handelt.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Peteg Mueller (Elbrus)
    Kim hat das Recht Satelliten in den Himmel zu schiessen. Japan liegt mehrere hundert Kilometer entfernt. Er kann diese Rakete auch vom Westen aus weg spedieren. Dann fliegt sie ausserhalb Südkoreas in den Pazifik - möglicherweise ist das aber noch weniger erwünscht. Die Japaner machen nur den Job für die USA.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Drehen wir den Fall um - Japan schiesst eine Rakete in den Weltraum-Kim würde drohen er schiesse diese ab. Was würden die USA dazu sagen ? , die im Vorfeld schon lange Japan wegen China und Kim auf ihre Seite gebracht haben. Die Japaner haben auch nichts gelernt aus der Vergangenheit des 2. Weltkrieg - sich verteidigen können wie die CH, das ist legitim, aber bitte keine unüberlegten Einmischungen-dieser Kim kläfft zwar herum aber solche Hunde beissen nicht. Diesen Spinner links liegen lassen !
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Sie wissen aber schon, dass sich Japan in der Nähe zu Nordkorea befindet und sich schon deshalb berechtigte Sorgen macht?
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    2. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Kim kläfft nicht und seine Drohungen und Machtgelüste sollten nicht unterschätzt werden. Japan ist ein Nachbar, sollen sie einfach nur zusehen ob der Hund nur bellt oder angreift. Wie schnell kann aus den unüberlegten Handlungen ein Ernstfall werden. Und nicht nur für die angrenzenden Länder.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Wenn man auf Teufel komm raus einen Konflikt vom Zaun reissen will, findet man offensichtlich immer einen Grund. Japan sollte sich da raushalten. Schon allein die Vergangenheit sollte den Japanern eine Mahnung sein, sich insküftig wesentlich zurückhaltender zu positionieren. Leider aber ist das in Europa mit den Deutschen eben auch so. Sie suchen wieder einen sog. "Platz an der Sonne" und verrennen sich in neue Grossmachts-Träume. = Aus der eigenen Gesichte nichts, rein gar nichts gelernt !
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