Japanisches Gericht stoppt Reaktor-Start

Die Rückkehr Japans zum Atomstrom hat einen Dämpfer erfahren. Schuld daran sind für einmal aber nicht Umweltschützer.

Atomkraftwerk Takahama. (Luftbild)

Bildlegende: Das Atomkraftwerk Takahama sollte das erste sein, welches wieder ans Netz geht. Nun droht ein jahrelanger Rechtsstreit. Keystone

In Japan hat erstmals ein Gericht das geplante Wiederanfahren von Atomreaktoren unterbunden. Das Urteil ist ein Dämpfer für die Regierung von Premierminister Shinzo Abe, die schnell wieder die ersten Meiler im Lande in Betrieb gehen lassen will.

In einer einstweiligen Verfügung entschied das Bezirksgericht der Provinz Fukui, dass der Atombetreiber Kansai Electric Power zwei zu Sicherheitsüberprüfungen abgeschaltete Reaktoren im Atomkraftwerk Takahama vorerst nicht hochfahren darf.

Mangelnde Sicherheitsstandards und Erdbebensicherheit

Die Entscheidung stellte vor allem die neuen Sicherheitsvorschriften infrage. Sie seien unlogisch. Das Gericht begründete seine Entscheidung weiter damit, dass der Betreiber der Anlage die Sicherheit nicht garantieren könne.

Anwohner hatten gegen die Inbetriebnahme der zwei Reaktoren des AKW Takahama westlich von Tokio protestiert. Ihrer Meinung nach erfülle die Anlage weiterhin nicht die strengeren Sicherheitsstandards. Auch das Risiko von Erdbeben würde weiterhin unterschätzt. Der Konzern kündigte an, gegen die Entscheidung vorgehen zu wollen.

In Folge der Atomkatastrophe in Fukushima vor vier Jahren sind derzeit weiterhin alle 48 Reaktoren in Japan abgeschaltet. Die beiden Reaktoren in Takahama hatten erst im Februar die neuen, verschärften Sicherheitsauflagen erfüllt.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Japan war auf Tsunami vorbereitet

    Aus Echo der Zeit vom 11.3.2011

    Der Tsunami aus Japan hat mittlerweile die Küsten Hawaiis erreicht, allerdings ohne Schäden zu hinterlassen. Auf Hawaii befindet sich das internationale Tsunami-Zentrum, das die weltweiten Warnungen herausgibt.

    Philip Meyer