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International Japans Atomkraftgegner erinnern an Fukushima

Vor fast zwei Jahren wurde die Atomanlage Fukushima im Osten Japans von einem Tsunami getroffen. Es kam zu mehreren Kernschmelzen, die Umgebung ist verstrahlt. Am Jahrestag der Katastrophe forderten Tausende Japaner den Ausstieg ihres Landes aus der Atomkraft. Die Regierung aber hat andere Pläne.

Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach der Katastrophe von Fukushima haben Tausende Japaner für einen Ausstieg aus der Atomkraft demonstriert. Allein in Tokio beteiligten sich nach Angaben der Organisatoren rund 15'000 Menschen an einem Protestzug.

Neue Reaktoren nicht ausgeschlossen

In Sprechchören und auf Plakaten forderten sie die Regierung auf, ihre Pläne zum grossangelegten Wiedereinstieg in die Atomkraft zu begraben. Nach der Katastrophe am 11. März 2011 – Japans «3/11» - waren alle 50 Atomanlagen in Japan heruntergefahren worden. Zwei wurden inzwischen wieder in Betrieb genommen.

Die Regierung des neu gewählten Shinzo Abe will nun auch die anderen wieder hochfahren. Mehr noch: Abe schliesst nicht aus, neue Anlagen zu bauen.

«Ich werde gegen jene kämpfen, die so tun, als hätte es Hiroshima, Nagasaki and Fukushima nie gegeben», sagte Literatur-Nobelpreisträger Kenzaburo Oe unter dem Beifall der Demonstranten. «Ich werde alles dafür tun zu verhindern, dass weitere Reaktoren hochgefahren werden.»

Zehntausende obdachlos

Nach einem heftigen Erdbeben und einem Tsunami war es in der Atomanlage Fuskushima im März 2011 zu mehreren Kernschmelzen gekommen. Es war das folgenschwerste Atomunglück seit Tschernobyl 1986.

Die Umgebung der Anlage wurde weiträumig radioaktiv verstrahlt – weite Teile sind bis heute Sperrgebiet. Erdbeben und Tsunami kosteten etwa 19'000 Menschen das Leben. 160'000 Japaner mussten wegen der Atomkatastrophe ihre Wohnungen aufgeben.

Legende: Video Die Folgen von Fukushima abspielen. Laufzeit 09:03 Minuten.
Aus Einstein vom 07.03.2013.

Zum Jahrestag der Katastrophe

Die Sendung «Horizonte» zeigt am Sonntag um 15.30 Uhr den Film «Die Mütter von Fukushima».

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10 Kommentare

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  • Kommentar von J. Nehru, Solothurn
    Heute wird von Fukushima Daiichi geredet. In den 90er war es Tschernobyl. Dabei ist die Liste von Unfällen in kerntechnischen Anlagen wesentlich umfanreicher. Aber um den Stecker zu ziehen reicht das ja nicht. Die Kernschmelze in Lucens war auch nicht GAU genug, um sich von der Nuklearkraft abzuwenden. Es muss wohl einfach eine INES 7 her, und wen sie dan da ist jammern sie alle. Gösgen + 30km = Leibstadt, Beznau.... 40km = Basel, teile von Zürich.. 120km= Faido, Vaduz, Visp, Yverdon....
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  • Kommentar von M.A. Jinnah, Bern
    Es ist nicht das Restrisiko das mir Angst macht. Es sind die Auswirklungen.
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  • Kommentar von Hans, Zürich
    Nächstes Mal wenn die Atomindustrie Politiker beschenkt, könnte sie doch Feriengutscheine für Familienurlaub in Fukushima verteilen. Die würden was lernen und Fukushima hätte wieder Touristen.
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