Jemen: Huthi setzen eine neue Regierung ein

Nach der Verschiebung der Friedensverhandlungen starteten die Regierungstruppen eine Offensive gegen die Huthi-Rebellen. Gegen den Willen der UNO ernennen diese derweil eine neue Regierung. Innerhalb eines Monats soll wieder über Frieden gesprochen werden.

Ein Mann und eine Frau in Burka

Bildlegende: Vertreter der Huthi-Rebellen und Ex-Präsident Saleh verkünden die Bildung eines zehnköpfigen Regierungsrats. Keystone

Nach der Vertagung der von der UNO vermittelten Friedensgespräche hat das jemenitische Militär nach eigenen Angaben eine neue Offensive gegen die Huthi-Rebellen gestartet. Östlich der von den Aufständischen kontrollierten Hauptstadt Sanaa seien mit Unterstützung der saudi-arabischen Luftwaffe mehrere Stellungen der Miliz erobert worden, zitierte die regierungsnahe Nachrichtenagentur sabanew.net am Samstag einen Militärsprecher.

Gegenpartei setzt eine Regierung ein

Die mit dem Iran verbündeten Huthi und Anhänger des gestürzten Präsidenten Ali Abdullah Saleh verkündeten derweil gegen den Willen der UNO die Bildung eines zehnköpfigen Regierungsrats. Zuvor waren die Friedensgespräche in Kuwait abgebrochen worden. Allerdings sollen sie nach Angaben der Vereinten Nationen innerhalb eines Monats wieder aufgenommen werden.

Die Huthi-Rebellen und Salehs Partei beherrschen weitgehend die nördliche Hälfte des Jemen. Truppen, die Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi loyal gesinnt sind, teilen sich dagegen mit lokalen Stämmen die Kontrolle über den Rest des verarmten Landes. Vor allem die Bevölkerung leidet unter den Kämpfen. Etwa die Hälfte der 6400 in dem Konflikt getöteten Menschen sind Zivilisten.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Mitten im Kampfgebiet

    Aus Rundschau vom 27.4.2016

    Ein „Gemetzel“ nennt die UN den Krieg, der im Jemen tobt. Dennoch beliefert die Schweiz gleich mehrere Parteien mit Kriegsmaterial. Die Rundschau-Reportage zeigt: Einmal mehr sind Zivilisten die Opfer eines blutigen Bürgerkrieges, und der IS profitiert.