Jemen: Militärallianz tötet aus Versehen Soldaten

Die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz hat mit Kampfjets ein Lager der mit ihr verbündeten jemenitischen Armee angegriffen. Bei der irrtümlichen Attacke kamen 30 Soldaten ums Leben, 40 wurden verletzt.

Menschen stehen um dein Einschlagsort einer Bombe in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.

Bildlegende: Die Militärallianz greift seit März Ziele in Jemen an – im Bild der Ort eines Bombeneinschlags in der Hauptstadt Sanaa. Reuters

«Die Militärallianz hat das falsche Ziel getroffen», sagte ein Vertreter der Behörden, nachdem Kampfflugzeuge der Allianz am Samstag irrtümlich ein Lager von jemenitischen Soldaten angegriffen hatten. Dabei seien 30 Soldaten getötet und 40 weitere verletzt worden. Die Militärallianz wird von Saudi-Arabien angeführt.

Allianz gegen Huthi-Rebellen

Zum Vorfall kam es in einem Berggebiet in der Nähe der Stadt Tais. Dort kämpfen jemenitische Soldaten gegen Anhänger des gestürzten Präsidenten Ali Abdullah Saleh. Dieser hat sich auf die Seite der schiitischen Huthi-Rebellen gestellt. Die von Saudi-Arabien geführte Allianz geht seit März gemeinsam mit jemenitischen Truppen gegen die Huthi-Rebellen vor.

Zivile Opfer

Dabei kamen auch zahlreiche Zivilisten ums Leben. So starben Ende September 131 Menschen, als Kampfjets der Allianz Raketen auf eine Hochzeitsgesellschaft abfeuerten.

Die jemenitische Regierung oder Vertreter der Militärallianz äusserten sich bisher nicht zum tödlichen Angriff auf das Militärlager in Jemen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Die Saudis rüsten nach: Schwarzer Rauch über der jemenitischen Hauptstadt Sanaa - nach einem Luftangriff am 2. September.

    Saudi-Arabien verschärft die Luftangriffe auf Jemen

    Aus Echo der Zeit vom 2.9.2015

    Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition will die Hauptstadt Saana erobern, die unter Kontrolle der schiitischen Huthi-Rebellen und Ex-Präsident Saleh steht.

    Der amtierende sunnitische Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi wurde bereits im vergangenen Frühjahr vertrieben.Paul-Anton Krüger, Korrespondent für Süddeutsche Zeitung und Tagesanzeiger, ist kürzlich aus Jemen zurückgekehrt.

    Ursula Hürzeler

  • Gefechte im Jemen trotz Waffenruhe

    Aus Tagesschau vom 28.7.2015

    Trotz einer vereinbarten Waffenruhe dauern die Gefechte im Jemen weiter an. Seit mehreren Monaten kämpfen schiitische Huthi-Rebellen gegen Anhänger der geflohenen Regierung. Der Krieg forderte bereits mehr als 3000 Todesopfer.