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International Journalisten leben gefährlich

Politische Krisen, Zensur und Bespitzelung – Journalisten sind weltweit bedroht. Die Schweiz steht bei der Pressefreiheit im Vergleich zu anderen Ländern ziemlich gut da. Doch weltweit sieht das Fazit am Tag der Pressefreiheit düster aus.

Chinesische Polizisten
Legende: Fotografieren verboten! Chinesische Polizisten beschlagnahmen die Kamera eines Fotojournalisten. Keystone

Zum Welttag der Pressefreiheit haben Medienverbände mehr Schutz für das Recht auf Information gefordert. «In vielen Teilen der Welt wird die Freiheit der Medien tagtäglich mit Füssen getreten», erklärte Astrid Frohloff, Vorstandssprecherin von «Reporter ohne Grenzen» in Berlin. In politischen Krisen wie zurzeit im Osten der Ukraine sei die Pressefreiheit eines der ersten Opfer. Der Schutz von Journalisten und unabhängigen Medien sollte eine Bedingung für jede tiefere Zusammenarbeit mit den betroffenen Staaten sein, sagte Frohloff.

100 «Helden der Pressefreiheit»

Die Organisation veröffentlichte eine Liste mit 100 «Helden der Pressefreiheit», Link öffnet in einem neuen Fenster – Medienleute, die sich oft unter grossen Risiken Zensur und Verfolgung aussetzten.

Auf der Liste stehen unter anderem die Journalisten Glenn Greenwald und Laura Poitras, die die Enthüllungen des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden mit ins Rollen gebracht haben, sowie WikiLeaks-Gründer Julian Assange. Gepriesen wird auch der iranische Journalist Mashallah Shamsolvaezin. Er kämpft unter grossen Opfern gegen die Missstände in seinem Heimatland Iran und wurde dafür in die Heldenliste der «Reporter ohne Grenzen» aufgenommen. Radio SRF hat ihn an der Preisverleihung getroffen.

Schikaniert, verfolgt oder ermordet

Legende: Video Die Bilder von Anja Niedringhaus abspielen. Laufzeit 02:28 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.04.2014.

Nach Angaben von «Reporter ohne Grenzen» wurden in diesem Jahr bereits 16 Journalisten und neun Online-Aktivisten getötet. 164 Journalisten und 166 Online-Aktivisten seien in Haft.

Erst jüngst hat ein Tod einer Fotojournalistin die Welt erschüttert: Anja Niedringhaus ist in Afghanistan erschossen worden. Mit dem Ruf «Allah u akbar!» – Gott ist gross! – eröffnete ein Polizist das Feuer auf einen Konvoi ausländischer Wahlbeobachter. Der Mann traf bei seinem Angriff zwei Journalistinnen. Eine von ihnen, Anja Niedringshaus war sofort tot. Ihre Kollegin, die kanadische Journalistin Kathy Gannon, wurde bei dem Angriff schwer verletzt.

Gute Noten für die Schweiz

Laut dem US-Forschungsinstitut Freedom House, Link öffnet in einem neuen Fenster lebt nur noch jeder sechste Mensch auf der Welt in Ländern, in denen die Presse frei berichten könne. Dies sei der schlechteste Stand seit mehr als zehn Jahren, heisst es in dem Jahresbericht der Organisation. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung lebe in «nicht freien» Regionen. Dort werde Arbeit von Journalisten durch Gesetze, politische Einflussnahme oder erschwerten Zugang zu Informationen behindert oder Journalisten gar schikaniert, verfolgt oder ermordet.

Die Schweiz schneidet auf einer weltweiten Rangliste im Vergleich der 197 Länder sehr gut ab und kommt zusammen mit Dänemark, Island und Luxemburg auf den sechsten Platz. Die Spitzenplätze des Rankings belegen die Niederlande, Norwegen und Schweden, gefolgt von Belgien und Finnland. Nordkorea sowie Usbekistan und Turkmenistan landen auf den letzten Plätzen.

Pressefreiheit: Die Rangliste der Länder

1. Schweden, Norwegen, Niederlanden
4. Finnland, Belgien
6. Finnland, Schweiz, Island, Dänemark, Luxemburg
10. Andorra
........
195. Usbekistan
196. Turkmenistan
197.Nordkorea

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Stahn, Fraubrunnen
    Ein sehr wichtiges Thema ist die professionelle Fremdbeobachtung, die Pressefreiheit, quasi die vierte unabhängige Gewalt im Staat und frei, nicht nach dem Motto von Lothar Bölck: Exekutive, Legislative, Judikative. Die vierte Gewalt im Staate: die Pressevative oder Primitive.(...) Ich hoffe sehr, dass Herr Wanner im umkämpften Gebiet von Slawjansk genügend Schutz hat und er weiter frei berichten kann, sowie allen mutigen Journalisten in Konfliktgebieten ist das natürlich zu wünschen.
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  • Kommentar von Roger Stahn, Fraubrunnen
    Ja, gute Noten für sie Schweiz, jedoch kann sie sich noch verbessern und so frei werden wie z.B. in Schweden, Norwegen und Niederland. ;-) In der Satire Sendung "Die Anstalt" vom 29. April bei ZDF, wird aufgezeigt wie deutsche Leitmedien wie und wo verknüpft sind. Die deutschen Leitmedien wurden ebenso enorm für ihre einseitige Berichterstattung (Ukraine) kritisiert und stellen fest, die veröffentlichte Meinung, entspricht nicht der öffentlichen Meinung...
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  • Kommentar von Hans Weiler, St. Gallen
    Fortsetzung: Wir sind Werkzeuge und Hörige der Finanzgewalten hinter den Kulissen. Wir sind die Marionetten, die hüpfen und tanzen, wenn sie am Draht ziehen. Unser Können, unsere Fähigkeiten und selbst unser Leben gehören diesen Männern. Wir sind nichts als intellektuelle Prostituierte.« Meint wirklich jemand, daran hätte sich in 100 Jahren etwas verbessert? Der schaue sich die letzte Ausgabe von "Die Anstalt" auf dem zdf an. Journalisten haben bei uns einfach keinen Job, wenn sie nicht spuren
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