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Jubel bei Klerikalen Republikaner gehen gegen Anti-Baby-Pille vor

Die Republikaner haben schon mehrfach erfolglos versucht, die als «Obamacare» bekannte Gesundheitsreform zu kippen. Nun annulliert das Gesundheitsministerium zumindest einen symbolisch wichtigen Teil: die Kostenübernahme für Verhütungsmittel. Dafür jubeln Strenggläubige und stramm Konservative.

Legende: Audio Strenggläubige und stramme Konservative jubeln abspielen. Laufzeit 1:37 Minuten.
1:37 min, aus HeuteMorgen vom 07.10.2017.

Rund die Hälfte der Amerikaner sind über ihren Arbeitgeber krankenversichert. Wenn also das Gesundheitsministerium künftig allen Arbeitgebern erlaubt, aus religiösen oder moralischen Gründen die Kostenübernahme für Verhütungsmittel zu verweigern, dann betrifft das zig Millionen Frauen.

Für die Wohlhabenderen ist das kein Problem. Für jene aus der Unterschicht hingegen schon. Weshalb sich die Regierung von Ex-Präsident Barack Obama für die Übernahme von Ausgaben für die Geburtenkontrolle starkmachte. Donald Trump hat das im Wahlkampf heftig kritisiert. Und handelt nun mit der Neuregelung durch das Gesundheitsministerium.

Es geht letztlich um eine Art Kulturkampf. Dieser Präsident respektiere eben die Verfassung und damit die Religionsfreiheit – wo sei da ein Problem?, so die rhetorische Frage von Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders.

Angriff auf die Interessen von Patienten?

Sehr wohl ein Problem sehen hingegen Ärzte-, Bürgerrechts- und Frauenorganisationen. Die einen sprechen von einem Angriff auf die Interessen von Patienten – zumal bei Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht schwanger werden sollten. Die anderen sehen einen Angriff auf Frauen schlechthin.

Der Generalstaatsanwalt von Kalifornien reichte bereits Klage gegen die Verordnung des Ministeriums ein. Allerdings hat das Oberste Gericht mit seiner republikanischen Mehrheit bereits 2014 zwei Familienunternehmen recht gegeben, die aus religiösen Gründen die Kosten für Verhütungsmittel nicht tragen wollten.

Doch die Trump-Regierung geht jetzt wesentlich weiter, indem auch moralische Gründe gelten und nicht nur für Familienunternehmen.

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57 Kommentare

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  • Kommentar von Helga Vögeli (Kikki21)
    Ist denn bei uns, hier in der Schweiz, Verhütung kostenlos?
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    1. Antwort von Charles Grossrieder (View)
      Denke ja, fuer jene die nicht verhueten wollen, brauchen oder ohne Sex leben.
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Also etwas muss doch mal gesagt werden: Die USA übernehmen immer mehr Werte aus dem radikalen Islam. Gut so, dann löst sich jenes Problem ja bald von selbst, Brüder würden sich ja nicht bekämpfen.
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  • Kommentar von Stephanie von Walterskirchen (SVW)
    Arbeitgeber und Verhütungsmittel? Ausserdem Verhütung ist doch keine Krankheit. Sicher aber ein riesen Geschäft wenn die obligatorische Krankenkasse sowasübernimmt, die kein Wunder immer teurer wird, diese Kosten nicht nur für Suchtmachende Opioide auch noch für Verhütungspillen garantiert. Also was ist das für eine Diskussion? Ob die Medikamentenlobby Ethische Grundsätze vertreten soll? Wäre dann das Attentat in Vegas (Verdacht auf VAlium),das kann Agression enthemmen, etwa auch nicht passiert?
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Sie vermengen da Dinge, die nichts miteinander zu tun haben. Unter Valium wird niemand zum Mörder. Mit diesem Medikament tut man nichts, das man nicht auch sonst tun würde. Opioide sind sehr gute Medikamente. Wie bei jedem Medikament muss Indikation und Dosierung stimmen. Und die Situation bezüglich Verhütungsmittel in den USA können Sie wohl kaum mit jener in der Schweiz vergleichen, so wie Verhütungsmittel auch nciht mit Valium oder Opioiden vergleichen werden können.
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