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Kriegsrecht auf Mindanao Kämpfe gegen Terroristen vertreiben Tausende

Legende: Video Kämpfe gegen Islamisten auf Mindanao abspielen. Laufzeit 0:31 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.05.2017.
  • Seit Dienstag hat Präsident Rodrigo Duterte das Kriegsrecht über Mindanao, der zweitgrössten Insel der Philippinen, verhängt.
  • Rund 100 islamistische Aufständische, die sich zur Terrormiliz Islamischer Staat zugehörig bezeichnen, haben in der Stadt Marawi gewütet.
  • Jetzt bombardierte die philippinische Luftwaffe in der Umgebung von Marawi im Nordwesten Mindanaos mutmassliche Stützpunkte der Aufständischen. Vermutet werden dort noch rund 40 bewaffnete Islamisten.
Soldaten, im Hintergrund die Moschee von Marawi.
Legende: Regierungstruppen vor der Moschee von Marawi. Reuters

Die philippinische Armee sprach von «sehr präzisen Luftangriffen» auf die mutmasslichen Rebellenstellungen. Zugleich durchkämmten Soldaten Strassen und Häuser, um die islamistischen Kämpfer ausfindig zu machen.Laut der Armee wurden in der Stadt 31 Aufständische getötet. Marawi ist die einzige Stadt der Philippinen, die überwiegend von Muslimen bewohnt ist. Sie ist auch das islamische Zentrum des Südens des Inselstaats.

Die Bevölkerung war zuvor aufgefordert worden, die Gegend zu verlassen. Wegen der andauernden Kämpfe flohen bereits mehrere tausend Menschen aus der Stadt Marawi, wo rund 200'000 Menschen wohnen.

Kriegsrecht für 60 Tage

Präsident Duterte legte den Erlass zur Verhängung des Kriegsrechts am Donnerstag beiden Kammern des Parlaments vor. Der Kongress wird sich aber erst am Montag damit befassen.

Das Kriegsrecht auf Mindanao gilt zunächst für 60 Tage. Duterte hat aber schon angedeutet, dass es verlängern will und allenfalls auf das ganze Land ausgeweitet werden könnte. Duterte begründete das Kriegsrecht auch damit, dass er verhindern wolle, dass der IS auf den Philippinen Fuss fasst.

Enthauptung und Geiselnahme

Bei den Gefechten zwischen Rebellen und Regierungstruppen gab es seit Dienstag laut den Behörden 33 Tote, darunter fünf Soldaten und zwei Polizisten. Rund 100 bewaffnete Rebellen brannten Häuser nieder, darunter zwei Schulen und eine katholische Kirche. Dort nahmen sie den Pfarrer und mehrere Kirchgänger als Geiseln. Der örtliche Polizeichef wurde enthauptet. Dann zogen die Islamisten mit Fahnen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) durch die Strassen. Zuverlässige Zahlen, wie viele Zivilisten getötet wurden, gibt es keine.

Fahrzeuge stauen sich bei einem Checkpoint.
Legende: Tausende Menschen flüchten in Jeepneys, Tricycles und Motorrädern. Reuters

Wegen der Kämpfe sind in Marawi viele Geschäfte und öffentliche Einrichtungen geschlossen. Stadtpräsident Majul Gandamra sagte im Radio: «Die Leute haben Schwierigkeiten, an Wasser und Nahrung zu kommen.»

Vize-Gouverneur Mamintal Adiong spricht von einem «Massen-Exodus» aus Marawi. Die meisten Einwohner flüchten in überladenen Fahrzeugen in die nördlich gelegene Grossstadt Iligan.

Terrorguppen Maute und Abu Sayyaf

Die meisten Aufständischen gehören zu einer lokalen Terrorgruppe namens Maute, die dem Islamischen Staat (IS) Treue geschworen hat. Darunter sind aber auch Mitglieder der Terrorgruppe Abu Sayyaf, die seit vielen Jahren Ausländer entführen und für diese Lösegeld fordern.

Die Gefechte in der Stadt Marawi begannen, nachdem Sicherheitskräfte ein Haus angriffen, in dem sie Isnilon Hapilon vermuteten, einen Kommandanten der Abu Sayyaf. Fahndern zufolge will dieser alle Gruppen vereinen, die dem IS die Treue schwören. Die USA haben auf Hapilon ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar ausgesetzt.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Schmid (W. Schmid)
    Sommaruga wird sicherlich demnächst dorthin reisen und einigen tausend Flüchtlingen in die Schweiz zusichern.
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  • Kommentar von Bruno Vogt (bru.vogt)
    Duterte reist nach Moskau und gibt offen zu das er sich eine neue Allianz mit China und Russland wünscht und just beginnen 100 Islamisten eine Stadt im Süden zu überfallen? Zufall das alles? Ausserdem gibt Duterte in einem kürzlich veröffentlichten Video zu das sich unter Kämpfern welche vor einigen Wochen getötet wurden auch Personen aus Europa/dem nahen Osten befanden. Dies ist kein rein nationales Problem, hier wird von aussen versucht Einfluss auf die Stabilität der Philippinen zu nehmen.
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    So sehr ich das Kalifat von Mindanao verstehe, welches sich weder spanischen noch US Kolonialisten unterwarf, so falsch ist die Allianz mit dem arabischen IS. Duterte hat sehr viel erreicht in 6 Monaten. Das sollte ihm Loyalität und Schlagkraft geben, um auch in Moro für Ruhe zu sorgen.
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