Kämpfer für vergewaltigte Frauen erhält Sacharow-Preis

Der Frauenarzt Denis Mukwege hat seit den 1990er Jahren Tausende Vergewaltigungsopfer behandelt. Das Europaparlament würdigt den Kongolesen nun mit dem Sacharow-Preis.

Denis Mukwege

Bildlegende: Der 59 Jahre alte Gynäkologe Denis Mukwege hat Tausenden Gewaltopfern in seiner zerrissenen Heimat Kongo geholfen. Keystone

Denis Mukwege, Arzt und Kämpfer für vergewaltigte Frauen, erhält den Sacharow-Preis des Europaparlaments. Die Fraktionsvorsitzenden einigten sich einstimmig auf den Kongolesen, der sich auf die Behandlung von Vergewaltigungsopfern spezialisiert hat. Vergeben wird der mit 50'000 Euro dotierte Preis am 26. November.

Der 59-jährige Gynäkologe Mukwege hat das Panzi Spital in Bukavu in Kongo-Kinshasa gegründet. Er ist ein weltweit anerkannter Experte für die entsetzlichen inneren Verletzungen geworden, die Frauen und Mädchen durch Gruppenvergewaltigungen und gezielte Unterleibsverletzungen erleiden. Seit den 1990er Jahren hat Mukwege Tausende Frauen behandelt, manche von ihnen mehrmals.

Stigmatisierte Opfer

Bis zu zehn Operationen schafft der Arzt in seinem oftmals 18-stündigen Arbeitstag. Vielfach müssen alle internen Organe der Frauen rekonstruiert werden.

Fast ebenso wichtig wie die Operationen ist die soziale und moralische Unterstützung der Vergewaltigungsopfer im Bemühen, sie sozial wieder zu integrieren. Mukwege bildet auch Frauenärzte aus, denen er seine speziellen Techniken beibringt.

Im vergangenen Jahr ging der Sacharow-Preis an die heute 17-jährige Pakistanerin Malala Yousafzai, die in ihrer Heimat für ein Recht auf Schulbesuch und Freiheit kämpft. Kürzlich wurde sie dafür mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis ausgezeichnet.