Kampf gegen Ebola auf allen Ebenen

Mehr als 3400 Menschen sind bisher an Ebola gestorben. Unterdessen werden erste Opfer auch in den USA und in Europa behandelt. Doch gegen die in Westafrika wütende Krankheit gibt es noch immer keine zugelassenen Medikamente oder Impfstoffe.

Die Zahl der registrierten Ebola-Toten in Westafrika ist weiter gestiegen. Die Bemühungen zur Bekämpfung der sich ausbreitenden Krankheit werden auf politischer, wie auch auf wissenschaftlicher Ebene verstärkt. Eine Übersicht:

Letzte Fakten:

  • Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Freitag starben bislang 3431 Menschen an der Seuche. Die Zahl der registrierten Infizierten in Guinea, Liberia und Sierra Leone sei auf 7470 gewachsen.
  • In Deutschland ist am Freitag der zweite Ebola-Patient aufgenommen worden. Der Mann kam in eine Klinik in Frankfurt am Main, wo er auf der Isolierstation behandelt wird.
  • In den USA ist ein 33-jähriger Kameramann des amerikanischen Fernsehsenders NBC an Ebola erkrankt. Er war für Dreharbeiten in der liberianischen Hauptstadt Monrovia. Zur Zeit befindet er und seine Arbeitskollegen sich für drei Wochen in Quarantäne.

Bemühungen auf politischer Ebene:

  • Für die Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika sind bisher 256 Millionen Dollar von der internationalen Gemeinschaft zusammengekommen. Das ist rund ein Viertel der Hilfsgelder, die laut Uno nötig sind, um gegen die Seuche vorzugehen.
  • Nach dem ersten Ebola-Fall in den USA hat sich die US-Regierung gegen ein Reiseverbot von und nach Westafrika ausgesprochen. Eine solche Massnahmen würde die Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika eher behindern, erklärte Lisa Monaco, die zuständige Beraterin von Präsident Obama. Das US-Verteidigungsministerium hat angekündigt, es könnten fast 4000 Soldaten nach Westafrika geschickt werden.
  • Die deutsche Bundeswehr hat erstmals Hilfsgüter in das von der Ebola-Epidemie betroffene westafrikanische Liberia geflogen. Ein Flugzeug brachte unter anderem medizinisches Material wie Schutzanzüge in die Hauptstadt Monrovia. Neben Deutschland beteiligen sich auch die USA und Frankreich an der Luftbrücke.

Bemühungen auf Forschungsebene:

  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zwei Impfstoffe als «vielversprechend» ausgemacht und hofft, dass erste Testergebnisse für beide zur Unbedenklichkeit ab November oder Dezember vorliegen werden. Einige wenige medizinische Helfer im Ebola-Gebiet könnten – wenn die ersten Tests positiv ausfallen – ab November geimpft werden.
  • Anfang September hat die WHO ausserdem acht Wirkstoffe vorgeschlagen, die möglichst schnell entwickelt werden sollen. Drei werden am häufigsten genannt. So wird das aus drei Antikörpern bestehende Serum ZMapp als grosse Hoffnung präsentiert. Das in Zusammenarbeit zwischen US- und kanadischen Laboren sowie deren jeweiligen Regierungen entwickelte Medikament wurde bereits mehreren Ebola-Kranken verabreicht.
  • Weitere experimentelle Mittel werden geprüft. Zudem erlaubte die WHO im September den Einsatz von Therapien auf Blutbasis. Dabei wird bei Kranken das Serum von Menschen eingesetzt, die die Krankheit überstanden.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Ebola-Medizin: Wettlauf gegen die Zeit

    Aus 10vor10 vom 1.10.2014

    Diesen Monat beginnen in der Schweiz die Tests für zwei Impfstoffe gegen Ebola. Die Entwicklung von Medikamenten läuft gleichzeitig auf Hochtouren. «10vor10» fragt angesichts der aktuellen Krise in Westafrika und dem heute bekannt gewordenen ersten Ebola-Fall in den USA, ob die Hilfe für die Betroffenen nicht zu spät kommt.

  • Ebola erreicht die USA

    Aus Tagesschau vom 1.10.2014

    Die Krankheit Ebola ist zum ersten Mal im Westen nachgewiesen worden. Ein Flugreisender hat die Krankheit aus Westafrika in die USA, nach Texas eingeschleppt. Der Mann wird behandelt und befindet sich zurzeit in Quarantäne.