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International Kampf gegen IS: USA intensiviert Kriegsanstrengungen

Die Militäroperation gegen die Terrormiliz kommt schleppend voran. Ein Grund für den US-Präsidenten, den Einsatz der internationalen Koalition zu verstärken. Er will mehr Kriegsgerät liefern, neuralgische Punkte wie Öl- und Gasanlagen angreifen und die Schwächen des IS ausnutzen.

Barack Obama hat die Intensivierung des internationalen Einsatzes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien angekündigt. Der Schwerpunkt soll auf Luftschlägen gegen die IS-Hochburgen und die dort ansässige Führungsriege der Dschihadisten liegen, sagte der US-Präsident nach einem Treffen mit ranghohen Militärs im Verteidigungsministerium in Washington.

Ferner fokussiere die Koalition gegen den IS aktuell die Öl- und Gasanlagen, mit denen die Terroristen ihren Feldzug finanzierten. Man werde, so Obama, auch in aller Welt gegen deren illegale Finanzierung vorgehen.

US-Präsident Obama.
Legende: Zeigt sich entschlossen im Kampf gegen den IS: US-Präsident Obama. Keystone

Syrischen Opposition Hilfe zugesichert

Wie Obama zu verstehen gab, will er wenigstens zwei der vor Ort aktiven Gruppen unterstützen. Zum einen hat er der gemässigten syrischen Opposition mehr Hilfe zugesichert. Zum anderen wolle man die Lieferung wichtigen Kriegsgeräts – etwa Panzerabwehrwaffen – an die irakischen Sicherheitskräfte beschleunigen.

Der Kampf wird «nicht schnell gehen», sagte Obama. «Der IS ist opportunistisch und geschickt.» Es werde Fortschritte, aber auch Rückschläge geben.

Schwächen der Terrormiliz ausnutzen

Was die Fortschritte betrifft, gelte es die strategischen Schwächen der Terrormiliz auszunutzen. Wie Obama betonte, sei der IS von Ländern umringt die sich die Zerstörung der Terrormiliz auf die Fahnen geschrieben hätten. Kein Land unterstütze die Terrormiliz, der IS habe auch keine Luftwaffe. Seine zügellose Brutalität verschrecke schliesslich nicht bloss Menschen in seinem Herrschaftsbereich, sondern auch Mitstreiter. So schaffe sich der IS neue Feinde.

Bislang hat die aus 60 Staaten bestehende und seit Sommer 2014 agierende internationale Koalition mehr als 5000 Luftschläge gegen IS-Stellungen ausgeführt. Sie reagiert damit auf den aggressiven Vormarsch der Terrormiliz, die indessen Teile Iraks und Syrien unter ihre Vorherrschaft gebracht hat.

Ein IS-Kämpfer mit einem Messer und einem Maschinengewehr.
Legende: Obama setzt darauf, dass der IS mit seiner Brutalität längerfristig auch eigene Anhänger erschreckt. Keystone

Für den Kampf am Boden setzt Washington indes auf die irakischen Streitkräfte, kurdische Verbände sowie die moderate Opposition gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad.

Mehr-Fronten-Kämpfe

Der seit mehr als vier Jahren andauernde Bürgerkrieg in Syrien hatten den Aufstieg der IS-Miliz im Osten massgeblich begünstigt. Sie kämpft allerdings an mehreren Fronten gegen Akteure, die ebenfalls ihre Ansprüche haben:

Präsident Assad konzentriert sich auf die Verteidigung eines Kerngebietes vor der Hauptstadt Damaskus zum Küstenstreifen im Nordwesten – wo seine alawitischen Glaubensbrüder leben. Die rivalisierende Islamistengruppe Dschaisch al-Fatah kontrolliert den Nordwesten. Die Kurden besetzen den Norden, und die Nationalisten haben den Süden an sich gerissen.

29 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Es gibt zwei Grossmächte in der Region, KSA und Iran. Beide führen ihren Stellvertreter-Krieg in Syrien/Irak. Die Islamisten ihrerseits, sind ebenfalls zu unterscheiden in Sunniten und Schiiten. Iran und die beiden islamistischen Lager haben Israel ganz oben auf ihrer Agenda stehen. Und direkt dahinter Jordanien. Es geht ihnen um die Auflösung der staatlichen Ordnungen, zur Etablierung von Imamat bzw. Kalifat. Und dann endet mit den Iran-Atomverhandlungen die ungeschriebene Friedenspflicht.
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  • Kommentar von E.Wagner, Zug
    Wann gibt Obama seinen Friedensnobelpreis zurück?
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    1. Antwort von Konradin Kuster, Sursee
      Die Amerikaner sind schuld. ...wie immer!
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    2. Antwort von E. Jenni, Ottikon
      @Kuster: Gut beobachtet, Herr Kuster. In diesem Forum treffen sich die anti-USA Kommentatoren und überbieten sich jeweils mit Anklagen gegen die Amis. Aus diesem Grund vergessen sie, dass noch weitere Akteure in diesem Konflikt mit von der Partie sind, die relativ unbeheligt ihre dreckige Rolle ausspielen dürfen, ohne dafür dauernd verdammt zu werden. Ja, so ist die Welt.
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    3. Antwort von Willy Boller, Selevac
      Herr E. Wagner unternemen Sie oder sonst irgendwehr etwas Konkretes gegen den IS? WER ausser den immer wieder geschmähten Amerikanern, hält seinen Kopf hin. Immer und immer wieder wird über die Ami's geschimpft, und Handkehrum wird wieder von ihnen GEFORDERT, das Problem zu lösen. Logisch, nicht wahr?
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    4. Antwort von m.mitulla, wil
      Gerne wiederhole ich meinen Kommentar @Jenni+ Boller. Es geht nicht um Beschimpfungen "der Amis", sondern um das Aufzeigen von bewiesenen Facts, die der beweisresistente Westen offenbar nicht zur Kenntnis nehmen will. Wer hat die beiden Irakkriege mit ERLOGENEN KRIEGSGRÜNDEN vom Zaun gerissen? ...um "Demokratie" zu installieren? Das war die US-Armee mit Unterstützung von GB - eine Riesensauerei, die Tod, Hass und Verwüstung hinterlassen hat. Und Irak ist nur 1 von den USA gebeuteltes Land...
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  • Kommentar von p.keller, kirchberg
    Und die Arabische Welt schaut wie immer tatenlos zu, wie der IS wächst und wächst.
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    1. Antwort von m.mitulla, wil
      Die Arabische Welt (KSA) schaut nicht nur zu, sondern sie exportiert damit ihre eigene Ideologie. Aber sie sind "good friends" der USA, denn die USA haben (mindestens) einen grossen Militärstützpunkt im Land, stehen unter Schutz und können günstig ihre Ölgeschäfte abwickeln.
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