Kampf um Mossul: Neue Offensive von Westen

Mit der neuen Front wollen irakische Spezialeinheiten den Belagerungsring um Mossul enger ziehen. Auch sollen mit der Offensive wichtige Versorgungswege des IS von Mossul nach Rakka gekappt werden.

Zu sehen ist ein gepanzertes Fahrzeug der irakischen Armee.

Bildlegende: Kurze Verschnaufpause vom Kampf gegen den IS: Ein Fahrzeug irakischer Spezialeinheiten. Keystone

Beim Rückeroberungskampf um die nordirakische Metropole Mossul von der Terrormiliz IS haben die irakische Armee und ihr Verbündeten einen weiteren Angriff gestartet – im Westen der Stadt.

Mit der Offensive will man die Versorgungswege des IS von Mossul nach Rakka kappen, sagte ein Sprecher irakischer Spezialeinheiten. Rakka liegt in Syrien und gilt als heimliche Hauptstadt der Terrormiliz.

Gleichzeitig soll der Belagerungsring um Mossul enger gezogen und die Stadt Tal Affar zurückerobert werden, sagte der Sprecher der schiitischen Milizen Haschd al-Schaabi (Volksmobilisierungseinheiten).

Neue Offensive nach Kampfpause

Bei der Offensive zur Rückeroberung Mossuls waren die irakischen Streitkräfte und kurdischen Peschmerga bislang von Norden, Osten und Süden auf die Stadt Mossul vorgerückt. Am Freitag hatten die irakischen Streitkräfte bei ihrem Vormarsch eine Kampfpause eingelegt.

Der Sprecher der Militärkoalition, US-Oberst John Dorrian, sagte in einer Videokonferenz mit Journalisten in Washington, die irakischen Verbände gruppierten sich neu und stellten sich auf die Kampfmethoden der Mossul kontrollierenden IS-Miliz ein.

Akteure der Mossul-Offensive

Die Akteure der Mossul Offensive auf Mossul

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Ungewisse Zukunft Mossuls

    Aus Tagesschau vom 26.10.2016

    In Mossul geht es um viel mehr als um einen militärischen Sieg der Anti-IS-Koalition. In der irakischen Grossstadt könnte sich nicht nur die Zukunft der Terrormiliz entscheiden, sondern jene des ganzen Irak.

  • Die Blackbox Mossul

    Aus 10vor10 vom 25.10.2016

    Heute diskutieren die Aussenminister verschiedener Länder in Paris über den Sturm auf die irakische Stadt Mossul. Dort befindet sich eine geschätzte Million Menschen, die vom IS als menschlicher Schutzschild missbraucht wird. Was genau in der Stadt los ist, weiss niemand.

  • Inga Rogg mit jesidischen Flüchtlingen nördlich von Mossul.

    Inga Rogg: «Es gibt keine Nachkriegsplanung für Mossul»

    Aus Rendez-vous vom 19.10.2016

    Mit Hilfe von Kurden, Türken und den Amerikanern will die irakische Armee den IS aus der Stadt Mossul vertreiben. Eine Nachkriegsplanung gebe es aber nicht, sagt NZZ-Korrespondentin Inga Rogg. Sie ist Gast von Susanne Brunner im «Tagesgespräch».

    Susanne Brunner