Kanada ermittelt gegen 80 zurückgekehrte IS-Terror-Touristen

Es sind Ausländer und Kanadier. An die 80 Personen. Sie alle sind kürzlich aus umkämpften Dschihad-Regionen ins Land zurückgekehrt. Für Kanadas Behörden eine klare Sache. Die Rückkehrer sind eine Gefahr für die nationale Sicherheit, welche Kanada jetzt auch auf fremden Schlachtfeldern stärken will.

Kanadischer Mounty-Polizist im Gegenlicht fotografiert. Aus seiner Nase strömt eine Atemdampfwolke.

Bildlegende: Keine Gnade für Terroristen. Kanadas Polizei ermittelt gegen IS-Sympathisanten. Keystone

Die kanadischen Behörden ermitteln gegen rund 80 Personen, die aus Dschihad-Krisengebieten ins Land zurückgekehrt sind. Sie stehen im Verdacht, konkrete Anschlagspläne zu hegen. «Diese gefährlichen Leute wollen Terrorakte verüben und die Kanadier bedrohen», sagte der für öffentliche Sicherheit zuständige Minister Steven Blaney am Mittwoch vor einem Parlamentsausschuss.

Kanadas Sicherheitsminister Steven Blaney hebt den Zeigefinger.

Bildlegende: Kanadas Sicherheitsminister Steven Blaney sieht die nationale Sicherheit in Gefahr. Keystone

Terror-Touristen sind eine Bedrohung

Bei den Verdächtigen handle es sich um Ausländer und Kanadier, erklärt Blaney. Sie alle hätten allein darum bereits gegen kanadisches Gesetz verstossen, weil dieses die Beteiligung an terroristischen Aktivitäten im Ausland ausdrücklich unter Strafe stellt.

Die 80 Beschuldigten sollen vor kurzem von Reisen in verschiedene Konfliktgebiete zurückgekehrt sein, insbesondere aus Syrien und dem Irak. Blaney bezeichnete sie als Bedrohung für die «nationale Sicherheit» Kanadas.

Keine Bodentruppen – nur Krieg aus der Luft

Das kanadische Parlament hatte am Dienstag einem Militäreinsatz im Kampf gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) zugestimmt. Mit den Stimmen der konservativen Mehrheit billigte das Haus den Plan von Regierungschef Stephen Harper, sich an der von den USA geführten Koalition zu beteiligen. Aber auch Harper will nur gerade mit der Spitze seines Speeres in den Konflikt eingreifen.

Den Einsatz von Bodentruppen hat er ebenso wie US-Präsident Barack Obama ausgeschlossen. Sein Plan sieht vor, sechs Kampfjets vom Typ F-18 sowie weitere Militärflugzeuge für einen Einsatz im Irak zu entsenden. Rund 600 Soldaten sollen dafür abgestellt werden. Die Mission ist zunächst auf sechs Monate befristet.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Grausame Kriegsführung I

    Aus Rundschau vom 8.10.2014

    US-Luftschläge und Milizen am Boden sollen die IS-Kämpfer besiegen. Trotzdem sind die Kämpfer der Terrorgruppe weiter auf dem Vormarsch. Für die Rundschau analysiert Daniel Rickenbacher, ETH-Militär-Forscher, die Taktik der IS.