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Kampf gegen Klimaerwärmung Kanada führt CO2-Abgabe ein – aber nicht überall

Kanadas Regierungschef Trudeau will der Klimaerwärmung Einhalt gebieten. Doch zwei Provinzen scheren aus.

Legende: Audio Kanada führt CO2-Abgabe ein abspielen. Laufzeit 01:45 Minuten.
01:45 min, aus HeuteMorgen vom 10.12.2016.
  • Kanada führt eine CO2-Abgabe ein – allerdings nicht in allen Provinzen.
  • Zwei Provinzen machen nicht mit.
  • Premierminister Justin Trudeau hat mit den eigenständigen Bundesstaaten seit Anfang Jahr über die Abgabe verhandelt.
  • Die CO2-Abgabe soll vorerst 10 Dollar pro Tonne Treibhausgas betragen und jährlich um 10 Dollar angehoben werden – auf schliesslich 50 Dollar.

Bis vor einem Jahr galt Kanada als der Inbegriff des Klimasünders: Das Land war offiziell aus dem Abkommen von Kyoto ausgestiegen und tat alles, um seine Öl- und Gas-Produktion zu unterstützen. Dann wurde Justin Trudeau zum Regierungs-Chef gewählt. Die Hoffnung war gross, dass Kanada wieder zu einem aktiven Player im Kampf gegen die Klimaerwärmung wird.

Trudeau kann aber nichts erreichen, wenn er nicht die Provinzen mit an Bord hat. Diese Bundesstaaten haben weitreichende Kompetenzen – gerade auch in der Umweltpolitik. Seit Anfang Jahr hat Trudeaus Bundesregierung deshalb mit ihnen über einen Klima-Plan verhandelt und wollte diesen am vergangenen Freitag besiegeln und vorstellen. Zwei Provinzen haben die Unterschrift am Schluss aber verweigert – allen voran die konservative Prärie- und Erdöl-Provinz Saskatchewan.

Angst vor US-Konkurrenz im Öl-Geschäft

Der Regierungs-Chef von Saskatchewan sagte, es mache keinen Sinn jetzt eine CO2-Abgabe einzuführen, wenn demnächst in den USA Donald Trump klimapolitisch auf die Bremse trete. Die kanadische Erdöl-Industrie erlebe sonst Nachteile gegenüber der US-Konkurrenz.

Trotz des Ausscherens von Saskatchewan und Manitoba, werden in Zukunft die meisten Einwohner-Kanadas eine CO2-Abgabe bezahlen. Über 90 Prozent der Bevölkerung leben in den Provinzen, die beim Klima-Plan mitmachen.

Zu Beginn wird die Abgabe pro Tonne Treibhausgas 10 Dollar betragen. Dann soll sie in jährlichen 10-er Schritten auf 50 Dollar ansteigen. Im Abkommen von Paris hat sich Premier Trudeau verpflichtet den C02-Ausstoss bis 2030 um 30 Prozent zu reduzieren, gegenüber den Werten von 2005. Das Ziel ist nicht ambitiös und trotzdem gehen Klimaexperten davon aus, dass Kanada Mühe haben wird, es zu erreichen.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Wolfgang Bortsch (a2b3c4d5)
    Betreffend Kohlendioxid : Eigentlich sollte in dieser Frage weltweite Einigkeit herrschen !
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  • Kommentar von Nadja Bossert (Evolution-Girl)
    Mehr Infos findet man zum Beispiel auf www.klimamanifest.de. Die Decken mit einfach erklärten Videos auf, wie der Bürger mit Lügen abgezockt wird.
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  • Kommentar von Nadja Bossert (Evolution-Girl)
    Klimaerwärmung, manchmal auch eine Eiszeit; also Klimawandel, gab es schon die letzten paar Millionen Jahre. Wir hatten nun in den letzten150 Jahren eine sehr stabile Wetter-Periode, das war nett. Das Problem heute ist unsere Unflexibilität, wir bauen feste Häuser, nun sogar dort, wo unsere Vorfahren wegen Wasser oder Lawinen nie gebaut haben. Ich unterschreibe jede Sanktion gegen Luft-und Gewässerverschmutzung mit Feinstaub und Müll, aber hört mit dem CO2-Unsinn endlich auf; bitte.
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