Kanada stoppt Einreisen aus Ebola-Gebiet

Kanada stellt vorübergehend keine Visa für Reisende aus den von der Ebola-Epidemie betroffenen westafrikanischen Ländern aus. Diese Massnahme sei nötig, um die kanadischen Bürger zu schützen, hiess es aus Ottawa.

Person in einem Schutzanzug mit blauber Haube und grünen Gummihandschuhen.

Bildlegende: Auch in Kanada wird der Ebola-Ernstfall geprobt, trotz geschlossener Grenzen für Reisende aus Ebola-Gebieten. Keystone

Kanada schliesst seine Grenzen für Menschen aus den von der Ebola-Epidemie betroffenen Ländern. Es bearbeitet Visa-Anträge sowie laufende Visa-Verfahren von Staatsbürgern der von der Seuche betroffenen Länder nicht mehr. Diese Massnahmen wurden im kanadischen Amtsblatt mitgeteilt.

Damit ist Kanada nach Australien das zweite westliche Land, das eine derart rigorose Massnahme ergreift. Nach Kanada darf auch niemand mehr einreisen, der sich in den vergangenen drei Monaten in einem der von Ebola betroffenen Länder aufhielt. Die Inkubationszeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit beträgt 21 Tage. Erst nach Ausbruch der Krankheit sind Infizierte selbst ansteckend.

Mehr als 13'500 Ebola-Fälle

Die Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlichte derweil eine neue Bilanz zur Ebola-Epidemie. Laut diesen Zahlen sind bislang 13'567 Menschen an der Seuche erkrankt, wie die Organisation in Genf mitteilte. 4951 Menschen seien durch das Virus gestorben. Die Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Die Zahl der offiziell registrierten Fälle sei im Vergleich zum vorherigen Stand leicht gesunken, da sich einige Verdachtsfälle in Guinea nicht bestätigt hätten.

Am Mittwoch hatte die WHO noch von etwa 13'700 Ebola-Erkrankungen gesprochen. Betroffen sind vor allem Liberia, Guinea und Sierra Leone. In deren Nachbarstaaten waren vereinzelte Ebola-Fälle aufgetreten.

Weniger Neuinfektionen

Die UNO ihrerseits meldete Fortschritte bei der Bekämpfung von Ebola in Westafrika. Aktuelle Zahlen deuteten beispielsweise auf weniger Neuinfektionen in Liberia hin, sagte der UNO-Ebolakoordinator David Navarro in New York. Man sei zudem auf einem guten Weg, wie geplant bis Anfang Dezember 70 Prozent aller Erkrankten zu behandeln.

Von den benötigten Milliarden Dollar an Hilfsgeldern sei die Hälfte bereits zugesagt, hiess es weiter. Doch es sei noch ein weiter Weg bis man sagen könne, der Ausbruch sei unter Kontrolle oder gar überstanden. Navarro kritisierte die Quarantäneregeln einiger Staaten bei der Rückkehr von Ärzten und Krankenschwestern.

In den USA war vergangene Woche eine Krankenschwester direkt nach ihrer Rückkehr aus Sierra Leone unter ihrer Ansicht nach sehr harschen Bedingungen isoliert worden. Sie zeigt keine Symptome und bisher konnte bei ihr in mehreren Tests keine Infektion festgestellt werden.

China stockt Hilfe auf

Angesichts der Ebola-Epidemie stockte China seine Hilfen zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika auf. Es seien insgesamt 750 Millionen Yuan (116 Millionen Franken) bereitgestellt worden, teilte der Generaldirektor im Aussenministerium in Peking, Lin Songtian, mit.

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