Kanadische Senatoren schummeln bei den Spesen

Der engste Mitarbeiter von Premier Stephen Harper tritt zurück. Er hatte einem Senator geholfen, unrechtmässig erhaltene Spesenerstattungen zurückzuzahlen. Zuvor waren mehrere Senatoren wegen Unregelmässigkeiten bei ihren Spesen in die Schlagzeilen geraten.

Stephen Harper

Bildlegende: Premier Stephen Harper will das Problem am Dienstag mit seiner Partei angehen. Reuters

Es sind schwierige Zeiten für den kanadischen Premierminister Stephen Harper: Sein engster Vertrauter ist zurückgetreten. Er habe Nigel Wrights Gesuch «mit grossem Bedauern» stattgegeben, erklärte Harper.

Wright hatte dem Senator Mike Duffy einen Scheck über 90'000 kanadische Dollar (85'000 Franken) ausgestellt. Damit sollte der Senator unrechtmässig erhaltene Spesenerstattungen zurückzahlen.

Das Geld stammte von Wrights Privatkonto. Wright will im öffentlichen Interesse gehandelt haben. Laut Kritikern verletzt die Zahlung ethische Regeln, nach denen Senatoren keine Geschenke annehmen dürfen.

Wright betont, dass die Aktion nicht mit Harper abgesprochen gewesen sei. Die Opposition bezweifelt dies.

Nicht der erste Rücktritt

Senator Duffy war wegen des Skandals am Donnerstag aus Harpers Konservativer Partei ausgetreten. Eine Untersuchung hatte ergeben, dass er unrechtmässig Reise- und Unterkunftskosten abgerechnet hatte.

Auch bei weiteren Senatoren wurden Unregelmässigkeiten entdeckt. Am Freitag verliess die Senatorin Pamela Wallin die Konservative Partei. Bei zwei weiteren Senatoren aus Harpers Partei gab es ebenfalls Auffälligkeiten bei Spesenabrechnungen.