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Katalanen-Präsident Puigdemont Vorwärts marschieren und an Rückzug denken

Präsident Puigdemont will die Unabhängigkeit erklären. Wie genau scheint er selbst nicht zu wissen. Eine Einschätzung.

Legende: Audio Puigdemont spielt auf Zeit abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.
01:11 min, aus HeuteMorgen vom 05.10.2017.
  • Kataloniens Regierung will weiterhin die Unabhängigkeit erklären, sagte der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont während einer TV-Ansprache.
  • Er sei bereit zu verhandeln, sagte Puigdemont. Die Zentralregierung in Madrid lehnt Gespräche aber kategorisch ab.
  • Eine Mehrheit der Wähler hatte am Sonntag während eines Referendums für die Loslösung Kataloniens von Spanien gestimmt.

Wir marschieren vorwärts und denken an Umkehr. Etwa so könnte man die Äusserungen des katalanischen Präsidenten Carles Puigdemont deuten. Er hat das Ziel der Unabhängigkeit seiner Region zwar nicht aufgegeben und doch einmal mehr eine Mediation verlangt. Und er hat dem spanischen König Felipe VI. geantwortet, der am Abend zuvor aufgetreten war und die katalanische Regierung scharf zur Ordnung gerufen hatte.

Der König habe viele in Katalonien enttäuscht, weil er nicht zu Dialog und Verständigung aufgerufen habe, sagte Puigdemont. Angeblich liegen den Katalanen mehrere Vermittlungsangebote vor, konkret wurde er dazu aber nicht.

Madrid ist nicht kompromissbereit

Madrid weist ihn dabei ohnehin ab. Solange Katalonien nicht zur verfassungsmässigen Ordnung zurückkehre, gebe es nichts zu reden, ist die Position der Zentralregierung.

Am kommenden Montag soll Puigdemont vor dem katalanischen Parlament erscheinen und erklären, wie die nächsten Schritte Richtung Unabhängigkeit aussehen. Möglicherweise aber weiss er das derzeit selbst noch nicht.

An einer weiteren Verschärfung des Konflikts scheint ihm nicht gelegen zu sein. Der radikale Flügel seines Lagers beobachtet ihn aber misstrauisch und ist nicht bereit, jetzt die weisse Flagge zu hissen und zum Rückzug zu blasen. Der Montag wird zeigen, wie geeint die Separatisten noch sind.

Legende: Video Kampf um Katalonien abspielen. Laufzeit 08:03 Minuten.
Aus Rundschau vom 04.10.2017.

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43 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Ganz offensichtlich hat Spanien ein Demokratiedefizit - genauso wie die gesamte EU. Die Menschen dürfen nicht an der Urne mitentscheiden, sondern sie sind nur da, um Steuern zu zahlen. Der Konflikt in Spanien schwelt schon lange. Rahoy hat bisher alles unternommen, um den Katalanan keine Stimme zu geben. Durch das Zurückschlagen spitzt sich der Konflikt weiter zu - und wird weiter schwelen im Untergrund.
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  • Kommentar von Peter Gemperle (PGT)
    Hallo Katalanenbejubler. Bin seit vielen Jahren (gegen fünfzig) in Katalonien unterwegs und zeitweise fast daheim und weiss von was ich rede. Kannte und erlebte auch die Franco Zeit.Der grösste Teil der Bevölkerung ist von der Katalanischen Regierung über viele Jahre gegen die Landesregierung aufgehetzt worden, bis es ähnlich wie bei Religionen zum Glauben wurde und diese Meinung oder "Religion" wurde auch der Nachkommenschaft weitergeben.Der jetzige Zustand ist also kein Wunder sondern Kalkül
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  • Kommentar von Peter Gemperle (PGT)
    Eines ist jedoch sicher, die Katalanen haben sich noch nie nur einen Deut darum gekümmert, die Verfassung per Referendum, die eine Abspaltung ermöglichen würde, einzureichen. Dann würde ganz Spanien (wie bei uns bei der Jurafrage) abgestimmt. Die Katalanen geben sich freiheitlich und als Demokraten, doch mit der Befürchtung das Ziel nicht zu erreichen, wählen die* freiheitlichen Demokraten* nun halt den undemokratischen Weg. Demokratie und Freiheit also nur ein leeres Geschrei. Hirn ein, Jura an
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