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Kataloniens Separatisten Hinter den Kulissen kam es zum grossen Streit

Mit dem Verzicht auf Neuwahlen hätten sich die radikalen Kräfte unter Kataloniens Separatisten durchgesetzt, bilanziert SRF-Korrespondent Erwin Schmid in seiner Einschätzung.

Legende: Video «Möglicherweise eine der letzten Chance verpasst» abspielen. Laufzeit 0:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.10.2017.

Hinter den Kulissen ist es heute offensichtlich zum ganz grossen Streit unter den Separatisten gekommen.

Regierungschef Carles Puigdemont wollte das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen. So wollte er im letzten Moment noch eine Forderung von Madrid erfüllen und möglicherweise die Absetzung seiner Regierung verhindern.

Durchgesetzt haben sich dann aber die radikalen Kräfte unter den Separatisten. Sie wollen es offensichtlich darauf ankommen lassen, dass Madrid die Autonomie Kataloniens in den nächsten Tagen aussetzt und so Neuwahlen erzwingt.

Eine der letzten Chancen verpasst

Ihr Kalkül dabei ist, dass bei solchen Neuwahlen ihre Parteien profitieren können. Auf jeden Fall hat Katalonien damit möglicherweise eine der letzten Chance verpasst den Crash zweier Züge abzuwenden, die mit immer grösserer Geschwindigkeit aufeinander zurasen.

Erwin Schmid

Erwin Schmid

Erwin Schmid berichtet seit 2001 für SRF. Zunächst als Bundeshaus-Korrespondent, später aus Österreich, Osteuropa und dem Balkan. Heute ist Schmid regelmässig als Sonderkorrespondent in Krisengebieten sowie in seiner einstigen Wahlheimat Barcelona im Einsatz.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Puigdemont kommt nun unter Druck der extremen Separatisten. Das ist weder für Katalonien noch Spanien gut. Es ist wahrscheinlich, dass bei fairen Neuwahlen die Nein-Stimmen gegen eine Abspaltung überwiegt hätten. Das wollten gewisse Kreise in der Partei Puigdemonts nicht riskieren. Greift jetzt Madrid durch, können sie sich als Opfer darstellen.
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  • Kommentar von Mischa Markert (THECOMMENTATOR)
    Puidgement wird als eine der tragischen Figuren in die Geschichte eingehen, deren Visionen gescheitert sind. Der "Laufstall" in dem er sich bewegt, wird immer kleiner, bald wird er die Grösse einer Gefängniszelle annehmen. Aber sowohl Rajoy, als auch König Felipe haben gezeigt, dass sie unfähig sind, eine derartige Krise zu lösen. Man muss hoffen, dass die Übernahme der katalanischen Exekutive ohne Verletzte oder sogar Tote und Volksaufstand über die Bühne geht. Ein schlechtes Omen für die EU.
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    1. Antwort von Carlos Olgiati (C.O.)
      Was wäre denn Puigdemonts Vision genau?
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    2. Antwort von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
      Wieso sind Rajoy und Gelipe unföhig das Problem zu lösen? Bislang ist sich das Problem doch am lösen? Und was hat das mit der EU zu tun?
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    3. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      das sagt er ja nicht genau. Verzögerungstaktik ganz bestimmt. Jetzt hat er den Separatisten das Heft in die Hände gespielt. Aber wir wissen auch nicht genau, was sich im Hintergrund in den letzten Stunden abgespielt hat. Deshalb auch die Verschiebungen.
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