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Keine Überraschung Ägyptens Präsident klar wiedergewählt

Das Wichtigste in Kürze

  • Abdel Fattah al-Sisi hat die Präsidentschaftswahl in Ägypten wie erwartet für sich entschieden.
  • Die Wahl gilt als gelenkt, es trat nur ein Gegenkandidat an.
  • Die Wahlbeteiligung liegt tiefer als bei der letzten Wahl. Sie gilt als besseres Indiz für die Zustimmung für den Ex-General.
  • Seit seinem Amtsantritt 2014 greift al-Sisi gegen Islamisten und politische Gegner mit harter Hand durch, sein Führungsstil gilt als autoritär.

Laut staatlichen Medien lag der Stimmenanteil al-Sisis bei etwa 90 Prozent, sein Gegenkandidat Mussa Mustafa kam auf weniger als drei Prozent. Bei seiner ersten Wahl 2014 – der ersten Wahl nach dem Militärputsch im vorgehenden Jahr – erreichte der ehemalige General al-Sisi noch eine Zustimmung von 97 Prozent. Das offizielle Endergebnis wird am 2. April erwartet.

Tiefere Wahlbeteiligung als vor vier Jahren

Beobachter sprechen bei der Präsidentschaftswahl von einer gelenkten Wahl. Ernsthafte Konkurrenten von al-Sisi hatten sich im Vorfeld unter teils dubiosen Umständen aus dem Rennen gezogen, Mustafa galt gemeinhin als Alibi-Kandidat. Journalisten berichteten, dass sie während den Wahlen bei ihrer Arbeit behindert worden seien.

Die Wahlbeteiligung liegt laut staatlichen Medien bei rund 40 Prozent. Sie gilt als besserer Indikator für die Beliebtheit al-Sisis. Bei der letzten Präsidentschaftswahl lag die Beteiligung bei 47,5 Prozent.

Baut al-Sisi nun seine Macht aus?

In seiner zweiten Amtszeit ist al-Sisi mit grossen Herausforderungen konfrontiert: Ägypten steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise und kämpft mit Anschlägen von Dschihadisten. Experten gehen davon aus, dass al-Sisi diese Umstände nutzen wird, um seine Macht zu stärken – etwa um die Amtszeitbeschränkung in Ägypten aufzuheben. Nach der Verfassung dürfte al-Sisi bei der nächsten Wahl 2022 nicht mehr antreten.

Seit al-Sisi als Militärchef nach dem Putsch 2014 gewählt wurde, greift er nicht nur gegen die islamistischen Muslimbrüder und Dschihadisten mit harter Hand durch, sondern auch gegen die gemässigte Opposition.

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