Kenia im Rückblick: Unruhen, Machtteilung und Aussöhnung

Vor fünf Jahren befand sich Kenia am Rande eines Bürgerkriegs. Nach den Präsidentenwahlen im Dezember 2007 war das Land von wochenlanger Gewalt erschüttert worden. Wahlbetrugsvorwürfe lösten Konflikte zwischen den Volksgruppen aus.

27. Dezember 2007: Die Kenianer begeben sich in Scharen zu den Wahllokalen. Der bisherige Präsident Mwai Kibaki und Herausforderer Raila Odinga liefern sich ein knappes Rennen.

29. Dezember 2007: Kibaki und Odinga liegen Kopf an Kopf. Die verspätete Auszählung von Stimmzetteln führt zu Vorwürfen des Wahlbetrugs. In den Odinga-Hochburgen in benachteiligten Stadtteilen Nairobis und im Westen des Landes gibt es Ausschreitungen.

30. Dezember 2007: Kibaki wird zum Sieger erklärt und für eine zweite Amtszeit vereidigt. Wütende Anhänger der Opposition gehen auf die Strasse.

26. Januar 2008: Ex-UNO-Generalsekretär Kofi Annan, der für die Afrikanische Union vermittelt, spricht von «groben und systematischen Menschenrechtsverstössen» im Westen Kenias.


Hoffnung auf Ende der Krise in Kenia

5:14 min, aus DRS 4 aktuell vom 28.02.2008

28. Februar 2008: Die beiden Rivalen unterzeichnen ein Abkommen zur Machtteilung, das die Schaffung des Postens eines Ministerpräsidenten und zweier Stellvertreter vorsieht. Bei den Unruhen seit dem Urnengang wurden bereits mehr als 1100 Menschen getötet und 600'000 vertrieben.

13. April 2008: Odinga wird zum Ministerpräsidenten ernannt. Vier Tage später wird die neue Regierung vereidigt.

24. April 2008: Kibaki und Odinga besuchen gemeinsam die von der Gewalt besonders betroffene Region Rift Valley und rufen zur Aussöhnung auf.

31. März 2010: Der Internationale Strafgerichtshof erklärt, Verbrechen gegen die Menschlichkeit während der Unruhen zu untersuchen.

27. August 2010: Kibaki unterzeichnet eine neue Verfassung, die in einer Volksabstimmung Anfang des Monats gebilligt worden war. Sie soll die Institutionen im Land demokratischer gestalten.


Kenianische Politiker vor dem ICC

9:20 min, aus Echo der Zeit vom 23.01.2012

23. Januar 2012: Zwei ranghohe Politiker, Vize-Ministerpräsident Uhuru Kenyatta und Ex-Minister William Ruto, zählen zu vier Beamten, die sich wegen der Unruhen nach der Wahl 2007 vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verantworten sollen. Kenyatta tritt bei der Wahl 2013 als Präsidentschaftskandidat an, Ruto ist sein Vizekandidat. Die Prozesse sollen im April 2013 beginnen.

11. Februar 2013: Die acht Präsidentschaftskandidaten treten beim ersten TV-Duell in der Geschichte des Landes auf. Die Spannungen vor der Wahl nehmen zu.

15. Februar 2013: Ein Gericht in Nairobi beseitigt alle juristischen Hürden, die eine Kandidatur Kenyattas und Rutos verhindern würde.