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Kennedy-Attentat Ein Springbrunnen an Verschwörungstheorien

Nach dem Mord an den damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy entstanden hunderte Theorien zur Tat. Eine Auswahl.

In vielen der 250 Theorien um das Kennedy-Attentat ist der mutmassliche Schütze Lee Harvey Oswald nur ein Sündenbock, ein Opfer oder höchstens ein Mitverschwörer wahlweise der Mafia, der CIA, des Vizepräsidenten Johnson und vielen anderen Akteuren.

 Lee Harvey Oswald
Legende: Der 24-jährige Kommunist Lee Harvey Oswald sagt nach der Verhaftung: «Ich habe den Präsidenten nicht getötet.» Keystone

Der zweite Schütze: Nach Theorien mussten die tödlichen Schüsse auf den Präsidenten mindestens von zwei Schützen abgegeben worden sein. Einerseits wegen der Schussrichtung. Aufnahmen zeigen wie durch den letzten Schuss Kennedys Stirn aufplatzt und er nach hinten geworfen wird. Die Kugel hätte Theorien zufolge von vorne kommen sollen. Oswald aber schoss von hinten.

Schusswunden am Kopf hinterlassen offenbar die grösste Wunde dort, wo sie austreten. Demnach müsste die Kugel doch am Hinterkopf eingetreten sein. Dass der damalige Präsident nach hinten fiel, erklärt man sich mit unkontrollierten Muskelkontraktionen oder einem Rückstoss durch das in Bewegung gesetzte organische Material.

Wagen von Kennedy
Legende: Vorne im Wagen sitzen die Secret-Service-Agenten William Greer als Chauffeur und Roy Kellerman. Keystone

Unschuldiger Schütze: Der bekannte Paraffintest spricht zudem für den mutmasslichen Schützen Lee Harvey Oswald. Der Test zeigt Schmauchspuren, die bei Anwesenheit von Nitrat nachgewiesen werden. Diese müssten vorhanden sein, wenn Oswald eine Waffe abgefeuert hat. Sie fehlen aber an Oswalds Wange. Theoretikern zufolge zeige dies, dass er kein Gewehr abgefeuert haben kann. Kritiker hingegen sagen, dass der Test nicht zuverlässig sei.

Alien auf Besuch: Demnach soll Kennedy erschossen worden sein, weil er die Wahrheit über Ufos offenlegen wollte. Zudem wollte er die Menschen aufklären, dass Aliens regelmässig die Erde besuchen. Die Aliens und das FBI waren dagegen.

Kuba auf Rachezug: Nach der Kuba-Revolution, der Kuba-Krise und der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht versuchte laut Theorien die USA ohne grössere Waffengewalt Kuba in den Kapitalismus zu führen. Dafür wollte man den Diktator Fidel Castro ermorden. Die kubanische Geheimdienste erfuhren davon und planten als Gegenzug Kennedy zu töten.

Castro mit Kämpfer.
Legende: Erst knapp drei Monate im Amt, bewilligt er die Schweinebucht-Invasion auf Kuba. Der Angriff endet in einem Debakel. Keystone

Ein Fehler der CIA: Der US-Geheimdienst taucht in fast jeder Verschwörungstheorie um Kennedys Mord auf. Genauso wie das FBI, das Pentagon, etc.. Eine Theorie besagt, dass sich die CIA für die gescheiterte Invasion in der Schweinebucht auf Kuba rächen wollte. Kennedy hatte den Einsatz, der zum Sturz von Fidel Castro hätte führen sollen, gegen den Willen der CIA abgebrochen. Nach einer anderen Theorie wollte die CIA einen Angriff auf Cuba mit einem Schein-Attentat anzetteln und schoss deshalb auf den Präsidenten. Eigentlich hätten die Agenten daneben schiessen sollen, sie trafen den Präsidenten aber versehentlich am Kopf.

Der böse Vize-Präsident: Lyndon B. Johnson übernahm ziemlich schnell nach Kennedys Tod das Amt des Präsidenten. Vermutet wird, dass der Vize-Präsident Kennedy vom Thron stürzen wollte und den Mord anzettelte. Weitere mögliche Motive: Johnson wollte einen Korruptions-Skandal vertuschen oder er wurde von Industrie-Tycoons für den Mord bezahlt. Sie würden sich unter Johnsons Führung besser vertreten fühlen als unter Kennedy.

Feind der Mafia: Bei einer anderen Theorie steckt die italienische Mafia hinter dem Attentat. Mit seinem harten Durchgreifen bei organisierten Verbrechen, verärgerte er einige Mafia-Bosse. Der mutmassliche Attentäter Oswalds soll selbst Verbindungen zur kriminellen Organisation gehabt haben. Er selber wurde bald von Jack Ruby ermordet, der angeblich von der Mafia geschickt wurde – noch bevor Oswald ein Geständnis ablegen konnte.

Infografik Attentat JFK

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