Kernpunkte des 5. Klimaberichts

Der Weltklimarat IPCC hat die drei Teile seines 5. Klimaberichts im September, März und April präsentiert. Die Wasserknappheit wird sich verschärfen, Wirbelstürme werden heftiger, das Eis schmilzt schneller. Dies nur einige Kernpunkte.

Ein Dutzend Pinguine treiben auf einer Eisscholle in der Antarktis vor einem malerischen Sonnenuntergang.

Bildlegende: Laut dem Bericht vervielfacht sich die Geschwindigkeit der Eisschmelze von Grönland und der Antarktis. Reuters

Einige Kernpunkte von Teil 1:

  • Die Oberflächentemperatur ist von 1880 bis 2012 um 0,85 Grad Celsius gestiegen. Die Ozeane haben viel Energie aufgenommen und erwärmten sich von 1971 bis 2010 in bis zu 75 Metern Tiefe über 0,1 Grad pro Dekade.
  • Es ist äusserst wahrscheinlich, dass der Mensch der dominierende Faktor für den Temperaturanstieg seit rund 60 Jahren ist.
  • Die Windgeschwindigkeit und die Regenmenge tropischer Wirbelstürme werden «wahrscheinlich» in diesem Jahrhundert zunehmen.
  • Die Ozeane haben etwa 30 Prozent des menschengemachten Kohlendioxids (CO2) aufgenommen und sind dadurch saurer geworden.
  • Der Meeresspiegel ist von 1901 bis 2010 um 19 Zentimeter gestiegen. Bis Ende des Jahrhunderts wird er um 26 bis 82 Zentimeter steigen.
  • Die Geschwindigkeit der Eisschmelze von Grönland und der Antarktis hat sich vervielfacht.

Einige Kernpunkte von Teil 2:

  • Auswirkungen des Klimawandels auf Mensch und Natur zeigen sich bereits auf allen Kontinenten und in allen Ozeanen.
  • Die Wasserknappheit wird sich in einigen Gebieten drastisch verschärfen. Auf die Getreideernte hat die Erderwärmung mehr negative als positive Auswirkungen.
  • Viele Tier- und Pflanzengruppen haben ihren Lebensraum wegen des Klimawandels schon verlagert, andere könnten aussterben.
  • Faktoren, die zu Armut führen, werden durch den Klimawandel verschärft.
  • Schon eine Erwärmung um ein oder zwei Grad bringt einige Klimarisiken mit sich. Darüber werden sie aber sehr stark erhöht.
  • Infolge des Klimawandels kann es dazu kommen, dass Menschen verstärkt aus ihrer Heimat abwandern. Mit mittlerer statistischer Sicherheit kommt es zwischen Bevölkerungsgruppen zu Konflikten, die indirekt auf dem Klimawandel beruhen.

Einige Kernpunkte Teil 3:

  • Trotz vieler Klimaschutzaktionen ist der Treibhausgasausstoss weltweit angestiegen, und zwar von jährlich im Schnitt 1,3 Prozent in den Jahren 1970 bis 2000 auf jährlich 2,2 Prozent von 2000 bis 2010.
  • Die Erderwärmung kann auf zwei Grad begrenzt werden, wenn die Menschheit deutlich mehr für den Klimaschutz tut. Ansonsten wird sich die Luft wahrscheinlich bis 2100 um 3,7 bis 4,8 Grad im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung erwärmen.
  • Der Kohlendioxid-Ausstoss trug 2010 zu rund 76 Prozent zum menschengemachten Treibhauseffekt bei. Methan war für etwa 16 Prozent verantwortlich, Stickstoffdioxid für gut 6 Prozent und spezielle fluorhaltige Gase für 2 Prozent.
  • Der rechtzeitige Wechsel auf alternative Energien kostet wenig und schlägt bei einem Wirtschaftswachstum von 1,6 bis 3 Prozent pro Jahr mit einem Minus von jährlich rund 0,06 Prozentpunkten zu Buche.

Trendwende gefordert

Der Weltklimarat IPCC fordert eine umfassende Energiewende, um die Erderwärmung noch auf zwei Grad begrenzen zu können. Der Rat drängt auf eine Abkehr von Kohle, Öl und Gas. Mehr zum Thema.