Kerry pocht auf schnelles Handeln in Syrien

Am Dienstag beraten und dann so schnell wie möglich handeln: US-Aussenminister John Kerry hat die Verabschiedung einer UNO-Resolution zu den syrischen Chemiewaffen in der kommenden Woche gefordert. Der diplomatische Druck auf Syrien soll erhalten bleiben.

Kerry gestikuliert

Bildlegende: Die Zeit drängt: Kerry will, dass die UNO schnellstmöglich handelt. Keystone

Im Konflikt um das syrische Giftgas hat US-Aussenminister John Kerry den UNO-Sicherheitsrat zu einer schnellen und umfassenden Resolution gedrängt. Das Assad-Regime müsse mit dem «stärkst möglichen Mechanismus» der Vereinten Nationen zur Aufgabe seines Chemiewaffen-Arsenals gedrängt werden, sagte Kerry in Washington. «Die Zeit ist knapp.» Der Sicherheitsrat müsse bereit sein, kommende Woche zu handeln.

Die UNO-Vollversammlung kommt am Dienstag zusammen. Das Assad-Regime muss sein Chemiewaffenarsenal gemäss einer Vereinbarung der USA mit Russland bis Samstag offenlegen.

Bis Mitte 2014 sollen die Chemiewaffen aus dem Land gebracht und zerstört werden. China begrüsst die russisch-amerikanische Vereinbarung über die Vernichtung von syrischen Chemiewaffen. Machthaber Baschar al-Assad hat erklärt, dass die Vernichtung der Chemiewaffen langwierig, kompliziert und teuer werde.

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Assad nimmt Stellung zur Abrüstung der C-Waffen

1:13 min, aus Tagesschau vom 19.9.2013

Experten bezweifeln aber, dass der Plan mitten im Bürgerkrieg umgesetzt werden kann. Mit einer «starken und bindenden» Resolution wollen die USA, Frankreich und Grossbritannien im Sicherheitsrat den Druck auf die syrische Führung erhöhen, ihre Zusagen auch umzusetzen.

Der Bürgerkrieg in Syrien steckt nach Einschätzung des syrischen Vizeministerpräsidenten Kadri Dschamil in einer Sackgasse. Weder die bewaffnete Opposition noch die Regierung seien in der Lage, die andere Seite zu besiegen. Das sagte Dschamil in einem Interview mit der britischen Zeitung «Guardian».

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Barack Obama im Dilemma

    Aus Rundschau vom 11.9.2013

    US-Präsident Barack Obama ist unter Zugzwang. Der Friedensnobelpreisträger könnte in den nächsten Wochen den Befehl zur militärischen Strafaktion in Syrien geben. Welche Folgen ein Militärschlag in Syrien haben wird, weiss niemand. Dazu kommt, dass eine Mehrheit der US-Amerikaner einen Waffengang in Syrien ablehnt. Falls die USA aber nicht zuschlagen, wird Obama sein Gesicht verlieren. Die Analyse der Rundschau zum bevorstehenden Militärschlag in Syrien.

  • Eskalation in Syrien

    Aus Rundschau vom 28.8.2013

    Die Bilder toter Menschen haben weltweit Wut und Empörung ausgelöst. Nach dem verheerenden Giftgasangriff bei Damaskus sucht die internationale Gemeinschaft nach den Schuldigen. Mit dem Giftgaseinsatz hat der Konflikt eine neue Dimension erreicht, die eine Eskalation zur Folge haben könnte. Was hat der syrische Despot Assad zu verstecken und werden die USA jetzt militärisch eingreifen? Die Analyse in der Rundschau.

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