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International Kinder flüchten in Scharen aus Honduras

Schlepper bringen sie mit Gummibooten über den Rio Grande nach Texas: Über 50'000 unbegleitete Minderjährige und rund 39'000 Familien sind seit letztem Herbst aus Zentralamerika in die USA gekommen. Die Regierung Obama reagiert alarmiert – Demokraten und Republikaner beschuldigen sich gegenseitig.

Ein illegaler Einwanderer überquert den Rio Grande.
Legende: Ein illegaler Einwanderer überquert den Rio Grande. Er kommt, weil der in seiner Heimat keine Perspektiven hat. Reuters

Wulider ist erst 14 Jahre alt. Zwei Monate lang war er unterwegs mit seinem 18jährigen Bruder. Über 2000 Kilometer haben sie zurückgelegt, zu Fuss und auf dem Dach des Güterzugs, der nicht umsonst «die Bestie» genannt wird.

«Wir fuhren auf dem Dach der Bestie. Es regnete, wir froren und deckten uns mit einer Plastikplane zu», sagt Wulider zur «Tagesschau». Banditen hätten sie bedroht: «Wenn Du nicht 100 Dollar Gebühr zahlst, werfen sie dich vom Dach». Ihrer Mutter in der Heimat hätten sie nichts von der Reise gesagt. Wulider träumt von einem Job in den USA – um für seine Mutter sorgen zu können, wie er sagt.

Armut und Gewalt in der Heimat

Es ist die Armut, die Migranten aus Honduras, Guatemala und El Salvador in die USA treibt. Und die Gewalt. Die dreifache Mutter Elsacelestina hält ihre 5-jährige Tochter auf den Knien und erzählt, wie sie sie mit Schlafmitteln betäubt hätte, damit sie still sei auf der Reise. Sie sei sich das bewusst, dass sie das Leben ihrer Kinder riskiere, zuhause aber sei sie von den Drogenkartellen bedroht worden. «Wenn die USA uns zurückschicken, töten uns die Kartelle.»

Drogenkartelle kontrollieren den Rio Grande

Legende: Video Menschliches Drama an der US-Grenze abspielen. Laufzeit 02:48 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.07.2014.

Wulider, Elsacelestina und dutzende andere Migranten sitzen in der mexikanischen Grenzstadt Reynosa fest. Sie haben kein Geld mehr und können den Rio Grande-Fluss nach Texas nicht überqueren, weil Schmuggler 150 Dollar verlangen. Auch die Grenze werde von Drogenkartellen kontrolliert, heisst es, wer nicht bezahle, komme nicht lebend rüber.

Auf der anderen Seite, in der texanischen Grenzstadt McAllen steht Grenzwächter Albert Spratte auf dem Damm und schaut kopfschüttelnd auf den Fluss. «Früher rannten sie von uns weg», sagt er zur «Tagesschau», «heute laufen sie uns in die Arme».

Werbespots in Honduras geben falsche Hoffnung

Bis zu 1000 Migranten nehmen die US-Grenzwächter momentan täglich fest. Offenbar gibt es Werbespots am Fernsehen in Honduras, in denen gesagt wird, dass Kinder in den USA aufgenommen würden.

Das ist nicht ganz falsch: Gemäss einem Gesetz von 2008 dürfen unbegleitete Minderjährige nicht sofort ausgeschafft werden. Sie müssen innert 72 Stunden dem Gesundheitsdepartement übergeben werden, das nach Familienmitgliedern in den USA sucht oder sie in Heimen unterbringt. Dort sollen sie auf den Termin vor Gericht warten, wo in den meisten Fällen ihre Ausschaffung verfügt wird.

Die Gerichte aber sind hoffnungslos überlastet. Bis zur Verhandlung vergehen Monate. Gemäss Grenzwächter Albert Spratte tauchen «rund 95 Prozent» ab.

Obama will im Alleingang handeln

Aus Regierungskreisen ist nun zu hören, dass Präsident Obama das Gesetz von 2008 im Alleingang ändern wolle, um Minderjährige schneller ausschaffen zu können. Ferner verlangt er vom Kongress Ausgaben von zwei Milliarden Dollar, um mehr Grenzwächter und Einwanderungsrichter zu beschäftigen.

Obama steht unter Druck von links und rechts: Die Demokraten wollen die rund zwölf Millionen Sans Papiers im Land legalisieren. Die Republikaner werfen dem Präsidenten vor, das aktuelle Drama provoziert zu haben, weil er zu wenig in den Grenzschutz investiert habe.

Die Reform des veralteten und löchrigen Einwanderungsgesetzes ist unterdessen seit einem Jahr im Kongress blockiert. Das Drama am Rio Grande geht weiter.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Morf, Thun
    Die gegenwärtige Lage der Menschheit erinnert mich an den Untergang der Titanic im Weltformat. Es gibt nur wenige Rettungsboote und die werden den laufenden Ansturm auf sie nicht unbeschadet überstehen. Nun flüchten bereits unbegleitete Kinder. Wir können nur noch auf die Hilfe von Ausserirdischen hoffen.
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    1. Antwort von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
      Zu blöd, die gibt's möglicherweise schon. Nur kämpfen die sich auch durch Wurmlöcher und Strings die wir zwar quantenphysikalisch und theoretisch erkennen, aber noch nicht erschlossen haben. Dumm gelaufen für die Menschheit :-(
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  • Kommentar von Renate Koßmahler, Oberursel
    Menschen und erst recht Heranwachende für machtideologische Zwecke zu instrumentalisieren, ist das Widerlichste, was diese Subkulturen zu Stande bringen. Heutzutage erhalten sogar Personen den Friedensnobelpreis, die Kriege vorantreiben ! „Die Erde hat genug für die Bedürfnisse eines jeden Menschen, aber nicht für seine Gier.“ - (Mahatma Gandhi)
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      R.K./Das Göttliche ist das Prinzip der Liebe.Liebe ist das Göttliche.Liebe lässt frei.Wie sollte der Mensch denn zu Liebe werden,wenn nicht über seine totale Freiheit?Geist materialisiert sich,um zu reflektieren(zu hydrieren?)Was wir auf diesem Planeten leben und erleben ist der Spiegel unseres Selbst."Den einzigen Gott den ich kenne, ist die Wahrhaftigkeit."(M.Gandhi)Leben,Liebe und Tod sind eins.Wird nie getrennt sein.(Selbst)Erlösung kommt von innen.Siehe Bibel.Eine Parabel,ein Gleichnis.
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    2. Antwort von Lena Meier, Aarau
      Zu Zeiten Ghandis mag das Zitat noch zugetroffen haben, heute zählen wir schon wieder 2 Milliarden mehr. Da wird es langsam knapp, auch ohne Gier. Es gibt zu viele Menschen auf der Erde und zuviele, die keinen Zugang zu Verhütungsmittlen haben obschon sie das möchten (222 Mio gemäss UNO).
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  • Kommentar von P. Bracher, z. Zt. Kolumbien
    Und wer schaltet diese Werbespots die es da 'offenbar' gibt? Die US-Ökonomie ist auf diese billigen Arbeitskräfte angewiesen, darum lässt man sie ja durch, es ist naiv zu glauben, dass die USA die Grenze nicht schliessen könnten wenn sie denn wollten. Und warum nicht Kinder rufen, die lassen sich noch rücksichtsloser ausbeuten als erwachsene Illegale. Es geht nur um Geld, das tausendfache Kinderschicksal ist den US Politikern Sch****egal; scheinheilig, wenn sie behaupten dies lösen zu wollen.
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