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Sechs Jahre Bürgerkrieg Kinder in Syrien: «Das Ausmass des Leidens ist beispiellos»

Legende: Audio Hunderte getötete und missbrauchte Kinder abspielen. Laufzeit 1:26 Minuten.
1:26 min, aus HeuteMorgen vom 13.03.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Allein im vergangenen Jahr sind in Syrien mindestens 652 Kinder ums Leben gekommen. 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
  • Viele Regionen im Bürgerkriegsland sind nach Angaben der UNO-Kinderhilfsorganisation Unicef weiter nicht zugänglich und verlässliche Informationen deshalb auch nicht zu bekommen.
  • Hunderte Heranwachsende seien zum Kriegsdienst herangezogen worden. An der Front oder auch als Selbstmordattentäter.

2016 war für syrische Kinder ein Jahr, das ihnen offenbar ein bisher ungeahntes Ausmass an Leid und Elend beschert hat.

Legende: Video Kinder des Krieges Teil 1 – Mais will sich nicht mehr erinnern abspielen. Laufzeit 22:00 Minuten.
Aus Reporter vom 29.01.2017.

Hunderte zum Kriegsdienst gezwungen

Mindestens 652 Kinder seien im vergangenen Jahr im syrischen Bürgerkrieg umgekommen, 20 Prozent mehr als im Jahr davor, berichtet Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.

Etwa 2,8 Millionen Minderjährige lebten bis heute in Gebieten, die schwer zu erreichen seien. Mindestens 850 Kinder seien zum Kriegsdienst herangezogen worden, teils an der Front, als Gefangenenaufseher oder Selbstmordattentäter.

Jedes der Kinder ist fürs Leben gezeichnet und das hat furchtbare Folgen für ihre künftige Gesundheit und ihr Wohlergehen
Autor: Geert CappelaereUnicef-Direktor in der Region

«Das Ausmass des Leidens ist beispiellos», erklärt Geert Cappelaere, Unicef-Direktor in der Region. «Jedes der Kinder ist fürs Leben gezeichnet und das hat furchtbare Folgen für ihre künftige Gesundheit und ihr Wohlergehen.»

Im Überlebenskampf müssten Kinder in mehr als zwei Dritteln der Familien mitarbeiten, um den Familienunterhalt zu sichern. Manchmal sähen sich Eltern gezwungen, ihre Kinder noch im Kindesalter zu verheiraten.

Legende: Video Kinder des Krieges Teil 2 – Kusai hat die Nase voll vom Krieg abspielen. Laufzeit 22:00 Minuten.
Aus Reporter vom 05.02.2017.

Behandelbare Krankheiten enden tödlich

Viele Regionen seien nicht zugänglich und verlässliche Informationen nicht zu bekommen. Oftmals würden Kinder an Krankheiten sterben, die ohne den Bürgerkrieg hätten behandelt werden können, so Cappelaere.

Nach Angaben von Unicef sind inzwischen sechs Millionen Kinder auf humanitäre Hilfe angewiesen, Millionen wurden mit ihren Familien vertrieben. 2,3 Millionen syrische Kinder lebten in Flüchtlingslagern in der Türkei, im Libanon, in Jordanien, Ägypten und im Irak.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Nicht nur jedes Kind, "gar" auch jeder Mann, der einem (Buerger-)Krieg zum Opfer faellt, ist einer zuviel. Wenn Assad und seine russischen Freunde bei der Keulung der von den Amis angezettelten Rebellion pro Jahr einige hundert Kinder als Kollateralschaeden mittoeten, rauscht nicht nur der Blaetterwald. Wenn die Amis ueber Deutschland, Japan und Vietnam ihre Bomberflotten zum "Bodycount" mit Hunderttausenden von toten Kindern als Ziele von der Leine lassen, wird dagegen nicht kampagniert....
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  • Kommentar von Ida Fischer (Ida Fiischer)
    Schon in Jug. und allen darauf folgenden Kriegen wurde das Wunschbild der Freiheit u, Demokratie missbraucht um Klassenkriege die wir heute haben und sichtbar werden hervorzubringen. Parolen wie Demokratie Gleichheit Freiheit Brüderlichkeit gehört schon zu den Instrumenten der psychologische Kriegsführung um die Massen zu manipulieren. Syrien Lybien wurden gezielt destabilisiert die Menschen wurden erfolgreich instrumentalisiert. Nun herrscht Chaos, Wer sind die Profitöre?
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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    Alle paar Monate werden Fotos von weinenden oder toten Kindern gezeigt, die alle gestellt sind. Deswegen werden trotzdem Waffen geliefert, auch von der Schweiz! Wenn die ganze Welt ab sofort keine einzige Kugel in diese Kriegsgebiete mehr liefert ist der Krieg vorbei. Denn selber hätten diese Kriegsländer nicht genug Waffen, sie brauchen also den Nachschub anderer Länder. Jeder der Waffen liefert ist mitschuldig am Tod dieser Kinder, aber da sie Gewissenlos sind, lassen die Bilder sie kalt!
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