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Klima-Gipfel in Paris Dicke Luft wegen Hochseeschiffen

Hochseeschiffe sind Dreckschleudern. Dank guter Lobby bleiben sie trotzdem vom Pariser Klimaabkommen ausgeschlossen.

Legende: Audio Schifffahrt: Das schmutzige Gewerbe abspielen. Laufzeit 01:38 Minuten.
01:38 min, aus HeuteMorgen vom 13.12.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hochseeschiffe sind Klimasünder. Die internationale Schifffahrt stösst mehr CO2 aus als ganz Deutschland.
  • Und doch wurde die Schifffahrt vom Pariser Klimaabkommen ausgenommen und sie bleibt es wohl noch länger.
  • Das hat sich am Gipfel zum zweijährigen Geburtstag des Abkommens in Paris gezeigt.

Es gab grosse Versprechen zum Jubiläum des Pariser Klimaabkommens. Die Weltbank will ab 2019 keine Öl- und Gasförderung mehr finanzieren, der Versicherungskonzern Axa verspricht, sich aus Finanzanlagen und Versicherungen in Kohle-Unternehmen zurückzuziehen und immer mehr Länder schliessen sich einer Koalition an, die so rasch wie möglich aus der Kohlekraft aussteigen will. Auch aus dem Schifffahrtssektor war ein starkes Zeichen erwartet worden, dies jedoch vergeblich.

Fortschritt gleich Null

Es gebe in dem Bereich überhaupt keine Fortschritte, sagt Faig Abassov von der Nichtregierungsorganisation «Transport and Environment» in Brüssel. Dies habe damit zu tun, dass die UNO-Organisation, die für die Schifffahrt zuständig sei, die IMO, von denjenigen Ländern dominiert werde, in denen besonders viele Schiffe registriert seien. Dazu gehören Panama, Liberia, Bahamas und Malta. Diese Länder seien attraktiv für Schifffahrtskonzerne, weil sie wenig Kontrolle ausübten – auch im Klimaschutz.

EU nimmt UNO-Schifffahrtsorganisation in die Pflicht Aktion , Link öffnet in einem neuen Fenster

Immerhin hat vor wenigen Wochen hat die EU der UNO-Schifffahrtsorganisation ein Ultimatum gesetzt: wenn die IMO nicht bis ins Jahr 2023 Massnahmen beschliesse, die in Einklang mit dem 2-Grad-Ziel stünden, dann wolle die EU die Schifffahrt in den Emissionshandel der EU einbinden. Dies dürfte den Druck auf die IMO erhöhen, weil eine Einbindung in den Emissionshandel die Reeder unter Umständen teuer zu stehen kommen könnte.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Heimberg (tomfly)
    Das Thema ist schon länger bekannt. Es zeigt aber wieder wie verlogen die ganze Klimapolitik ist. Schifffahrt, Fliegerei, Grossverschmutzer wie Indien und China, alles ausgenommen. Gestern wird E. Macron als neuer "Motor" der Klimapolitik gelobt und heute höre ich in den Nachrichten, dass genau diese Regierung einen neuen Grossflughafen plant. Dafür belastet man immer mehr die Grundbedürfnisse des Mittelstandes und verteilt kräftig gegen oben und unten um.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Ein weiteres Thema müsste der Erdölverbrauch des Militärs weltweit sein. Alleine die US-Armee verbraucht jährlich etwas mehr als Schweden. Eine CO2-Abgabe auch fürs Militär würde die Welt vielleicht sogar friedlicher werden lassen. In dem Sinne sollte eine CO2-Abgabe an der Quelle, bei den Ölproduzenten erhoben werden, damit es keine Ausnahmen geben kann. Ausnahmen führen zu Verzerrungen, z.B. könnten Ferien mit dem Auto teurer werden als mit dem Flugzeug.
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    1. Antwort von Thomas Heimberg (tomfly)
      Bernoulli: Eigentlich ein guter Kommentar, aber bei Ihrem letzten Satz muss ich intervenieren: Mit dem Auto in die Ferien zu fahren ist heute schon oft teurer als mit dem Flieger. Zudem verhält sich eine 4 köpfige Familie, die im Auto reist umweltfreundlicher als wenn sie fliegt. Ein Flieger verbraucht gut 5 Liter PRO Person / 100km. Da können Sie schon einen gewaltigen Offroader nehmen um das zu topen.
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  • Kommentar von Ramon Frey (Ramon Frey)
    Eine absolute Frechheit...beim Flugverkehr müsste man ebenfalls härtere Massnahmen beschliessen. Aber wer eine starke lobby hat...wir in der Schweiz schaffen es ja auch nicht z.b. unseren Fleischkonsum zu reduzieren und da hat die Fleischlobby auch eine grosse Mitschuld...
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