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Konflikt mit den Kurden Türkei setzt Bodentruppen in Syrien ein

Legende: Audio Türkische Offensive in Nordwest-Syrien dauert an abspielen. Laufzeit 2:31 Minuten.
2:31 min, aus Echo der Zeit vom 21.01.2018.
  • Bodentruppen hätten die Grenze zu Syrien überschritten, sagte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim laut der Nachrichtenagentur DHA.
  • Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu rückten die Soldaten mit Unterstützung der Freien Syrischen Armee vor.
  • Die syrisch-kurdische YPG-Miliz dementiert den Einmarsch allerdings, sie spricht von Propaganda.

Die Türkei hat am Samstag mit Luftschlägen eine gross angelegte Offensive gegen kurdische Truppen im Nordwesten Syriens begonnen. Die «Operation Olivenzweig» zielt auf die mit den USA verbündeten syrischen Volksschutzeinheiten YPG.

Ministerpräsident Yildirim hatte für Sonntag den Einsatz von Bodentruppen angekündigt. Nach Angaben von Anadolu sind türkische Panzer an der Grenze zu Syrien aufgefahren.

Die Türkei will eine 30 Kilometer breite Sicherheitszone in der nordsyrischen Provinz Afrin errichten. Das sei ein Ziel der am Wochenende gestarteten Offensive gegen kurdische Kämpfer, zitierte der türkische Sender HaberTürk MinisterpräsidentYildirim.

Einmarsch bisher nicht bestätigt

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Einmarsch zunächst nicht. Sie berichtete vorerst nur von heftigen Kämpfen zwischen «türkischen Truppen» und Einheiten der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), einer Allianz unter Führung der YPG. Die Kämpfer versuchten nach Afrin vorzurücken, die Kurden hätten sie aber davon abgehalten.

Karte des Grenzgebiets zwischen Syrien und der Türkei.
Legende: Mit der Offensive auf die grenznahe Region werde ein «Terrorkorridor» schrittweise zerstört, kündigte Erdogan an. SRF

Auch die YPG selbst dementiert den Einmarsch türkischer Truppen. Ein Kurden-Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Ich kann versichern, dass niemand auch nur einen Zoll in die Region Afrin eingedrungen ist.» Dies sei nichts als Propaganda von türkischer Seite.

Auch türkische Luftwaffe greift ein

Beide Seiten griffen sich mit Artilleriefeuer an. Zu möglichen Opfern gab es zunächst keine Angaben. Auch die türkischen Luftangriffe gingen laut den Menschenrechtlern am Sonntag weiter. Am Vortag seien durch die Bombardements sechs Zivilisten gestorben, darunter ein Kind.

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33 Kommentare

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  • Kommentar von Udo Gerschler (UG)
    Nun liegt sich nicht nur in Zypern sondern auch in Syrien die Natopartner mit dem Gewehr sich gegenüber.Wird eigendlich wieder der deutsche Soldat von einer der Parteien wieder missbraucht?
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  • Kommentar von Kurt Wirz (kw)
    Alles wiederholt sich und wiederum schauen die westlichen Mächte zu, wie ganze Völker niedergemacht werden. Die Argumente der westlichen Politik können nicht greifen, solange eben dieser Westen der Türkei diejenigen Waffen liefert, die nun die Kurden umbringen. Die USA und auch Deutschland mögen diesen Vormarsch nicht kommentieren, weil sie eine Mitschuld daran tragen. Alles wiederholt sich.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Eine Konfliktlösung in Syrien verlangt den Kampf gegen die islamistischen Milizen und deshalb ist die PKK/YPG von der Liste der internationalen Terrororganisation zu streichen, sofern sie in diese Strategie eingebunden sind. D überweist dem mörderischen Erdogan-Regime Milliarden. Dieser gewährleistet über seine Grenzen den Nachschub an militärischen, finanziellen und personellen Mitteln für die 'IS'-Kämpfer in Syrien. Bomben schaffen keinen Frieden, sondern nur neuen Terror!"
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