Konflikt um Sonderwirtschaftszone: Nordkorea geht auf Süden zu

Pjöngjang hat dem Süden Bedingungen für eine Wiederöffnung des gemeinsamen Industrieparks Kaesong gestellt. Ein Stopp von «feindlichen Handlungen» und «Provokationen» könnte zum normalen Betrieb zurückführen. Doch vorerst bleibt unklar, ob Seoul auf das Angebot eingehen wird.

Angesichts der Spannungen zwischen Nord- und Südkorea liegt Kaesong derzeit brach – zum ersten Mal seit der Eröffnung vor neun Jahren. Nachdem Pjöngjang den Zugang für Südkoreaner Anfang April gesperrt hatte, verliessen am Freitag die letzten Südkoreaner die Sonderwirtschaftszone auf nordkoreanischem Territorium.

Alle Forderungen aus Seoul zu Verhandlungen um eine Wiederöffnung waren bislang von Pjöngjang zurückgewiesen worden. Jetzt jedoch kam das Angebot, dass bei einem Stopp von «feindlichen Handlungen» und «Provokationen» zu einem normalen Betrieb zurückgekehrt werden könnte.

Dauerhafte Schliessung vorerst eher unwahrscheinlich

Um weiteren Spannungen vorzubeugen, hatte Seoul zuvor ein Projekt nordkoreanischer Überläufer untersagt. Sie wollten mit Ballons hunderttausende Flugblätter in den Norden schicken, auf denen zum Umsturz aufgerufen werden sollte.

Diese Aktion sowie die Vorbereitungen für das Militärmanöver im August seien «Bestandteile konfrontativer Handlungen und Kriegsübungen der feindlichen Regierung», sagte ein Sprecher Pjöngjangs.

Bislang hat keine der beiden Seiten eine dauerhafte Schliessung von Kaesong angekündigt, zu bedeutsam ist der Komplex für beide Seiten.