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International Konservative ÖVP gewinnt Wahlen in Tirol

Bei den Regionalwahlen im österreichischen Bundesland Tirol hat die ÖVP ihren Platz als stärkste Kraft verteidigt. Nach dem vorläufigen Endergebnis kam die Partei auf knapp 40 Prozent und kann somit den Regierungschef stellen. Für das Team Stronach endete der Wahlgang mit einer deftigen Niederlage.

Die ÖVP regiert seit 1945 ununterbrochen im österreichischen Bundesland Tirol. Bei der Wahl am Sonntag fuhr sie zwar das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte ein. Die Verluste waren aber geringer als erwartet. Nach vorläufigem Endergebnis kam die Partei von Landeshauptmann Günther Platter auf 39,6 Prozent der Stimmen.

Platter winkt und lächelt nach Bekanntwerden seines Wahlsiegs. Im Hintergrund ÖVP-Anhänger.
Legende: Das Amt des Regierungschefs dürfte erneut dem bisherigen Landeshauptmann Günther Platter zufallen. Reuters

Auch ihr bisheriger Koalitionspartner, die sozialdemokratische SPÖ, unterbot ihr bisher schlechtestes Resultat nochmals. Mit einem Minus von knapp 1,6 Punkten kam sie nur noch auf 13,8 Prozent. Rein rechnerisch würde das allerdings für eine Fortsetzung der grossen Koalition ausreichen, ohne einen weiteren Partner ins Boot holen zu müssen.

Aber auch die Grünen, die mit 12,1 Prozent drittstärkste Kraft im Tirol wurden, können nun auf den Einzug in die Regierung hoffen. Der frühere Innen- und Verteidigungsminister Platter will nach der Wahl mit allen Parteien Gespräche führen. Bereits Ende der Woche solle die neue Regierung stehen, sagte der 58jährige dem österreichischen Fernsehsender ORF nach der Wahl.

ÖVP kann Koalitionspartner wählen

Die Bildung der Regierung sollte Platter keine grossen Probleme bereiten. Seine ÖVP verfügt im 36köpfigen Parlament über 16 Sitze. Sie kann sich einen Koalitionspartner auswählen. Als wahrscheinlich gilt ein Zusammengehen mit der SPÖ oder den Grünen. Die Liste «Vorwärts Tirol» will nicht mit Platters Partei koalieren.

Mit «Vorwärts Tirol» erreichte die ehemalige ÖVP-Funktionärin Anna Hosp (46) aus dem Stand 9,3 Prozent. Die rechte FPÖ blieb hingegen hinter ihren Erwartungen zurück und erreichte nur 9,6 Prozent.

Die schärfste Konkurrenz für Platter kam aber aus dem eigenen Lager: Gleich vier Splittergruppen, die sich von der ÖVP abgespalten hatten, kämpften um die Stimmen der knapp 530'000 wahlberechtigten Tiroler.

Schlappe für 80jährigen Magna-Gründer

Eine Schlappe musste der 80jährige Milliardär Frank Stronach mit seiner Liste «Team Stronach» einstecken. Nach öffentlich ausgetragenen Querelen kam der Gründer des Autoteilezulieferers Magna auf nur 3,4 Prozent der Stimmen. Damit verfehlte er den Einzug in den Landtag der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck klar.

Insgesamt kämpften elf Parteien um den Einzug in den Landtag. Die Wahlbeteiligung war mit 56 Prozent – ohne Einberechnung der brieflichen Stimmabgaben – sehr gering. Die letzten Briefwahlstimmen werden am Dienstag gezählt und könnten das Ergebnis noch geringfügig verändern.

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