Kontakte gegen Cash: Politik-Affäre in London

Ein Lobbyismus-Skandal belastet mehrere britische Politiker. Journalisten filmten drei Mitglieder des Oberhauses mit versteckter Kamera, während sie sich als Unternehmensvertreter ausgaben und um Vergünstigungen baten.

Brücke in London

Bildlegende: Dunkle Wolken über Londons Parlamentsviertel: Lobbyismus-Vorwürfe belasten Mitglieder des Oberhauses. Reuters/Archiv

Die Politiker boten einer angeblichen Solarfirma gegen Geld Hilfe an, wie die Beiträge der Zeitung «Sunday Times» zeigen.

Bei den Politikern handelt es sich nach Auszügen aus den Mitschnitten um drei Mitglieder des Oberhauses: Lord John Laird von der Ulster Unionist Party und Brian Mackenzie sowie Jack Cunningham von der Labour-Partei. Während Labour die beiden Politiker suspendierte, liess Laird seine Aufgaben ruhen, um zunächst die Ergebnisse einer Untersuchung abzuwarten.

Alle drei betonten jedoch, nicht gegen den Verhaltenskodex für Angehörige der Parlamentskammer verstossen zu haben. Dieser verbietet, Vorteile aus der Mitgliedschaft im Oberhaus zu ziehen.

Rechnung für arrangierte Treffen

Cunningham ist in den Aufnahmen zu sehen, wie er den verdeckt recherchierende Journalisten anbietet, gegen Geld Treffen mit einflussreichen «Leuten, wenn nötig mit Regierungsmitgliedern» zu arrangieren. Dafür will er demnach 12'000 Pfund (17'000 Franken) monatlich berechnen.

Mackenzie bietet an, sich bei Parlamentskollegen dafür einzusetzen, dass die Solarfirma den Parlamentssitz Westminster als Veranstaltungsort nutzen könne. Laird erwähnt die Möglichkeit, Kollegen dazu zu bringen, im Parlament Fragen im Interesse der Firma zu stellen.