Kontroverse um Griechenlands Reformpläne: Das geschah am Samstag

Die Gespräche der Euro-Finanzminister sind kontrovers verlaufen. Sehen Sie im Protokoll des Livetickers, wie sich die Situation am Samstag entwickelt hat: Von Misstrauensvoten zum Start über den Vorschlag eines temporären Grexits bis zur Vertagung der Gespräche auf Sonntag.

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Vertrauenskrise zwischen Geldgebern und Athen

1:27 min, aus Tagesschau vom 11.7.2015

  • Einer Mehrheit der Euro-Finanzminister reicht die Liste zu Spar- und Reformmassnahmen nicht aus.
  • Gründe für die Ablehnung sind fehlendes Vertrauen in die griechische Regierung und der Umstand, dass sich Griechenlands Finanzbedarf mittlerweile auf über 70 Milliarden Euro belaufen soll.
  • In einer Erklärung sollen zusätzliche Massnahmen und Garantien für zeitnahe Umsetzungen gefordert werden.
  • Am Sonntag beraten die Euro-Staats- und Regierungschefs über die Aufnahme von Verhandlungen für ein Rettungspaket.
  • Bei einer endgültigen Ablehnung der Vorschläge aus Athen drohen Griechenland Staatspleite und ein Ausscheiden aus der Euro-Zone.
Der Ticker ist abgeschlossen.
  • 1 :32

    Hiermit schliessen wir den Liveticker, besten Danke für Ihr Interesse. Eine Zusammenfassung zu den Geschehnissen in Athen finden Sie hier.

  • 0 :14

    Eurogruppe bricht Sitzung ab

    Die Euro-Finanzminister haben die Sitzung zur Krise in Griechenland abgebrochen. Man sei zu keinem Resultat gelangt und die Gespräche würden morgen früh um 11 Uhr wieder aufgenommen, erklärte Jeroen Dijsselbloem vor den Medien. Der Vorsitzende der Finanzminister sagte, es sei ausführlich über die griechischen Spar- und Reformvorschläge debattiert worden: «Es ist immer noch sehr schwierig.»

    Jeroen Dijsselbloem

    Bildlegende: Jeroen Dijsselbloem tritt vor die Medien: «Es ist immer noch sehr schwierig, aber die Arbeit dauert an.» Reuters

  • 23 :14

    Enttäuschung in Griechenland

    Dass die Spar- und Reformforschläge aus Athen nicht für Verhandlungen über ein Rettungspaket reichen dürften, wird von den Menschen in Griechenland mit grosser Enttäuschung aufgenommen. Zumal sich bei der Parlamentsdebatte über das Papier am Freitag zum ersten Mal die gesamte Opposition hinter Premier Tsipras gestellt habe, sagt SRF-Korrespondent Werner Van Gent in Athen: «Die Menschen haben gehofft, dass dieses neue Klima auch in Brüssel angekommen ist und dass die Gläubiger positiv darauf reagieren.»

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    SRF-Korrespondent Werner Van Gent

    0:39 min, vom 11.7.2015

  • 22 :17

    Die griechischen Vorschläge sind ungenügend

    Jetzt ist es raus: Das Reform- und Sparpaket, das Alexis Tsipras vorgelegt hat, reicht als Grundlage für Verhandlungen über ein neues Rettungspaket nicht aus. Wie aus Diplomatenkreisen in Brüssel verlautet, arbeiten die Finanzminister nach rund siebenstündigen Verhandlungen nun an einer Erklärung, die zusätzliche Reformen fordert. Und auch ein konkreter Fahrplan für die Reformen soll darin gefordert werden, berichtet SRF-Korrespondent Sebastian Ramspeck. Die Erklärung soll sich an die Staats- und Regierungschefs richten, dies sich morgen in Brüssel treffen.

  • 22 :03

    Vielleicht gibts auch gar keinen Entscheid

    Seit rund einer Stunde ist die zweite Beratungsrunde in Brüssel im Gang. Es sei jedoch zunehmend zweifelhaft, ob noch am Abend oder in der Nacht ein Entschluss gefasst werde, sagt SRF-Korrespondent Sebastian Ramspeck: «Die Minister könnten auch einfach eine Art Pro-und-Contra-Liste zuhanden des Euro-Gipfels vom Sonntag erstellen. So bliebe der Entscheid, ob man Verhandlungen für ein neues Hilfsprogramm aufnehmen will, den Staats- und Regierungschefs überlassen.»

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    Gibts lediglich eine Pro-und-Contra-Liste?

    1:56 min, vom 11.7.2015

  • 21 :54

    Deutschland meint es mit dem «Euro-Timeout» offenbar ernst

    In Brüssel gibt derzeit die Idee eines temporären Austritts Griechenlands aus dem Euro zu reden. Diese skizziert der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble in einem Papier, das der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vorliegt. Während etwa fünf Jahren könnte so über eine Schuldenrestrukturierung diskutiert werden, wie sie innerhalb einer Währungsunion nicht möglich sei, heisst es darin. Die Pläne seien mit Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Sigmar Gabriel abgestimmt, verlautete am Abend aus Brüssel.

  • 21 :32

    «Tagesschau Spezial» zum Nervenspiel in Brüssel

    Die breite Skepsis gegenüber Verhandlungen über ein neues Hilfspaket auf Grundlage der griechischen Reformvorschläge verzögert die Gespräche. Einschätzungen zu den Chancen, doch noch eine Einigung zu finden, liefert die «Tagesschau» um 21:50 Uhr. Um 22:35 Uhr meldet sich SRF-Korrespondent Sebastian Ramspeck dann in einer «Tagesschau Spezial» nochmals direkt aus Brüssel.

  • 20 :35

    Beschränkungen im Bankensystem bleiben

    Nach Angaben von Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis bleiben die Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland noch mindestens zwei Monate in Kraft. Im Falle einer Einigung mit den Euro-Partnern könnten die Banken zwar kommende Wochen wieder öffnen. Die Beschränkungen bei der Bargeld-Abhebung und
    Überweisungen ins Ausland blieben aber bestehen.

    Giorgos Stathakis.

    Bildlegende: Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis. Keystone

  • 20 :27

    In Athen soll eine Regierungsumbildung anstehen

    Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras will offenbar seine Regierung umbilden. Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis sagte heute, es mache Sinn, einige Minister zu ersetzen. Zudem sollten jene Syriza-Abgeordneten ihr Mandat abgeben, die im Parlament gegen die Reformvorschläge der Regierung gestimmt hätten.

  • 20 :15

    «Die Griechen beginnen die Folgen eines Grexit zu realisieren»

    Während die Euro-Partner in Brüssel den Reformvorschlägen aus Athen mit grösster Skepsis begegnen, wird die Situation der Menschen in Griechenland zunehmend schwierig. In Supermärkten fehlt der Nachschub, für Konsum fehlt das Geld. «Überall dort, wo während der Sommerferien normalerweise kein freies Zimmer zu bekommen ist, herrscht heute gähnende Leere», berichtet SRF-Korrespondent Werner Van Gent aus Athen. «Geschlossene Tavernen, verzweifelte Hoteliers. Ein ziemlich desaströses Bild.» Viele Griechen schienen erst in diesen Tagen zu realisieren, was bei einem unkontrollierten Grexit auf sie zukäme, sagt Van Gent.

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    SRF-Korrespondent Werner Van Gent

    0:42 min, aus Tagesschau vom 11.7.2015

  • 19 :58

    Längere Laufzeiten statt Schuldenschnitt?

    Eine Möglichkeit in den Überlegungen zu Griechenland ist nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds IWF, die Laufzeiten der europäischen Kredite von
    30 auf 60 Jahre zu verlängern. «Die Verdoppelung der Laufzeiten
    ist aber nur eine der Optionen, die der IWF genannt hat, um klar
    zu machen, was die Alternativen zu einem Schuldenschnitt sind»,
    sagte ein Vertreter der Institutionen in Brüssel.

  • 19 :55

    Bis am späten Abend soll ein Papier vorliegen

    In der zweiten Beratungsrunde am Abend soll laut Diplomaten ein Papier zuhanden der Staats- und Regierungschefs vorbereitet werden. Diese treffen sich morgen Sonntag zu einem Euro-Krisengipfel. Ob das Papier die Aufnahme von Verhandlungen für ein Hilfsprogramm empfehlen werde, sei angesichts äusserst kontroverser Gespräche noch völlig offen.

  • 19 :42

    Sitzungsunterbruch in Brüssel

    Bevor die Besprechungen der Euro-Finanzminister am Abend weitergehen, wurde die Sitzung in Brüssel unterbrochen. «Offenbar gibt es offene Fragen, die man mit der griechischen Delegation klären will», berichtet SRF-Korrespondent Sebastian Ramspeck. Das sei auch eine Massnahme zur Wiederherstellung des Vertrauens. «Mann will möglichst viele Details bereits heute festlegen, damit es dann nicht wieder böse Überraschungen gibt.»

    Video «Einschätzungen von SRF-Korrespondent Ramspeck in Brüssel» abspielen

    Einschätzungen von SRF-Korrespondent Ramspeck in Brüssel

    1:40 min, vom 11.7.2015

  • 18 :58

    Für Athens Vorschlag wird es jetzt wohl ganz schwierig

    Nach Angaben aus EU-Kreisen haben die Euro-Finanzminister die erste Runde ihrer Beratungen beendet. «Es gibt eine deutliche Mehrheit dagegen, auf Basis der
    griechischen Vorschläge Verhandlungen für ein drittes Paket aufzunehmen», sagte ein Gesprächsteilnehmer der Nachrichtenagentur Reuters.

  • 18 :29

    Deutschland erwägt angeblich temporären Grexit

    Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble soll den übrigen Eurostaaten vor dem heutigen Treffen ein Positionspapier mit zwei Optionen übermittelt haben. Dies berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Entweder bessere Athen seine Vorschläge rasch nach, oder das Land solle die Eurozone für mindestens fünf Jahre verlassen. Ein «Grexit auf Zeit» gewissermassen. Griechische Regierungskreise dementierten am frühen Abend die Existenz eines solchen Vorschlages.

  • 18 :03

    Slowakischer Finanzminister zum Lauf der Verhandlungen

  • 16 :58

    Beratungen dürften noch Stunden dauern

    Die Beratungen werden sich voraussichtlich bis in den späten Abend hinziehen. Auf der Internetseite des EU-Rates wird der geschätzte Zeitpunkt für die Pressekonferenz der Euro-Gruppe mit 22:00 Uhr angegeben.

  • 16 :55

    Der slowakische Finanzminister Peter Kazimir wähnt sich auf Zeitreise. Die griechischen Vorschläge hätten einst für das zweite Rettungsprogramm gereicht. Für ein drittes Paket sei es wohl nicht ausreichend. Mittlerweile gehen die Institutionen von einem Finanzbedarf Griechenlands von rund 72 Milliarden Euro aus.

  • 16 :43

    Schwierige Gespräche

    IWF-Chefin Lagarde und Eurogruppen-Chef Dijsselbloem in scheinbar aufgeräumter Stimmung.

    Bildlegende: Der Schein trügt: Die Gespräche in Brüssel gestalten sich alles andere als einfach. Keystone

  • 15 :56

    Vertrauenskrise zwischen Athen und Brüssel

    Bei den Gesprächen geht es bei weitem nicht nur um die Inhalte des Spar- und Reformpapiers aus Athen. Ein zentrales Thema ist auch das Vertrauen zwischen den Parteien, dessen Zerstörung in den letzten Wochen und Monaten vor der Sitzung beispielsweise Wolfgang Schäuble beklagte. «Es gibt einen grossen Vertrauensverlust», sagte auch Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem. «Zentrale Punkte der Gespräche werden deshalb die Fragen sein, ob man der griechischen Regierung vertrauen kann. Ob sie in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren auch umsetzen wird, was sie verspricht.»

    Video ««Griechische Regierung hat ein Vertrauensproblem» (engl.)» abspielen

    «Griechische Regierung hat ein Vertrauensproblem» (engl.)

    0:15 min, vom 11.7.2015

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Reformvorschläge im Parlament angenommen

    Aus Tagesschau vom 11.7.2015

    Nach dem deutlichen Nein des griechischen Volkes zu den Sparvorgaben der Europäischen Union stimmt das Parlament nun deutlich zu. Nur 32 Abgeordnete waren gegen die Reformvorschläge.