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Zwei bewaffnete Polizisten bewachen die Strasse.
Legende: Grosseinsatz in Kopenhagens Innenstadt nach zweitem Angriff. Keystone
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International Kopenhagen: Polizei erschiesst einen Mann

Nach dem Terroranschlag in Kopenhagen überschlagen sich die Ereignisse in der dänischen Hauptstadt. Am frühen Sonntagmorgen erschiesst die Polizei einen Mann. Ob es der Täter ist, steht noch nicht fest.

In der Nähe eines Bahnhofs im Zentrum der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ist es in der Nacht auf Sonntag zu einem weiteren (dritten) Schusswechsel gekommen. Die dänische Polizei hat nahe einer Bahnstation in Kopenhagen einen Mann erschossen. Er habe das Feuer auf die Polizisten eröffnet und sei danach von Schüssen getroffen worden, teilte die Polizei am frühen Sonntagmorgen mit. Der Bahnhof liegt nahe am Schauplatz der beiden vorangegangenen Angriffe.

Vor einer Synagoge in Kopenhagen sind in der Nacht zum Sonntag mindestens drei Menschen durch Schüsse verletzt worden. Eine Person ist ihren Verletzungen erlegen. Die beiden anderen seien ausser Lebensgefahr. Der Täter flüchtete den Angaben zufolge zu Fuss.

Grosseinsatz in Kopenhagens Innenstadt

Der nahegelegene Bahnhof Nørreport sei vollständig abgesperrt, Helikopter kreisten in der Luft, meldete die dänische Nachrichtenagentur Ritzau. «Es ist ein grösseres Aufgebot an Polizisten in der Kopenhagener Innenstadt – folgt ihren Anweisungen und passt auf euch auf», schrieb die Polizei am frühen Sonntagmorgen bei Twitter.

An den Autobahnen Kopenhagens wurden Kontrollpunkte der Polizei errichtet. Die Kontrollen an den Landesgrenzen wurden erheblich verschärft. Auch die deutsche Bundespolizei ist beteiligt: Sie verstärkte noch am Abend die Kontrollen an deutsch-dänischen Grenzübergängen, wie ein Sprecher sagte. Die US-Regierung verurteilte den Terrorangriff in Kopenhagen und bot Hilfe bei den Ermittlungen an.

Legende: Video Grosseinsatz nach Schiesserei in Kopenhagen abspielen. Laufzeit 01:14 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.02.2015.

Diskussion über Meinungsfreiheit

Bereits am Samstag wurde bei einem Angriff auf eine Kulturveranstaltung in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen mindestens ein Mensch getötet und mehrere verletzt, darunter drei Polizisten. Ein Unbekannter feuerte am Abend mit automatischen Waffen auf das Kulturhaus «Krudttønden» (Pulverfass), in dem der schwedische Mohammed-Karikaturist Lars Vilks und zahlreiche Gäste über Kunst, Gotteslästerung und Meinungsfreiheit diskutierten.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei deutet alles auf einen Einzeltäter hin. Das hätten Befragungen ergeben, berichteten die Ermittler. Der Täter soll zwischen 25 und 30 Jahre alt sein, etwa 1,85 Meter gross und von sportlicher Statur und habe ein «arabisches Aussehen». Die Ermittler veröffentlichten ein Bild aus einer Überwachungskamera in der Nähe der Stelle, an der das Fluchtauto abgestellt worden war. Die Aufnahme zeigt einen dunkel gekleideten Mann mit einer roten Mütze.

Lars Vilks
Legende: In Dänemark unter Polizeischutz: Lars Vilks. Keystone

Lars Vilks vermutlich das Ziel

Die Polizei geht davon aus, dass der Angriff Vilks galt, der schon mehrfach Ziel von Anschlägen war. Die dänische Regierung sprach von einem Terrorakt. Vilks blieb unverletzt.

Er hatte seit der Veröffentlichung einer Karikatur des Propheten Mohammed als Hund 2007 zahlreiche Drohungen erhalten. In Dänemark steht er unter Polizeischutz.

Der französische Botschafter in Dänemark, François Zimeray, war ebenfalls an der Veranstaltung dabei. «Ich bin unversehrt im Gebäude», twitterte kurz nach dem Angriff:

Zimeray sagte: «Sie haben uns von aussen beschossen. Dahinter steckte dieselbe Absicht wie bei ‹Charlie Hebdo› – ausser, dass es ihnen nicht gelang hereinzukommen.» Kugeln seien durch Türen gedrungen, alle Anwesenden hätten sich auf den Boden geworfen. Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die französische Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» waren 17 Menschen getötet worden.

Nach seiner Einschätzung seien mindestens 50 Schüsse abgefeuert worden, fügte der Botschafter hinzu. Die Polizisten sprachen nach seinen Angaben sogar von 200 Schüssen. Der Sender TV2 berichtete von etwa 30 Einschusslöchern in der Scheibe des Cafés.

Frankreich verurteilt den «Terror-Anschlag»

«Alles deutet darauf hin, dass die Schüsse eine politisch motivierte Attacke darstellen und deswegen ein Akt des Terrorismus sind», sagte Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt. Der französische Präsident François Hollande verkündete, Innenminister Bernard Cazeneuve werde sobald als möglich nach Dänemark aufbrechen. Er sicherte der dänischen Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt seine Unterstützung zu. Der französische Aussenminister Laurent Fabius verurteilte den «Terror-Anschlag» in aller Schärfe.

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68 Kommentare

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  • Kommentar von S.Platter, Olten
    "Wie der lokalpatriotische Rassist denkt, aber es so nie sagt: Zürcher und Berner sind ganz unterschiedlich, aber die Muslime alle gleich." Kutti MC
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    1. Antwort von m.mitulla, wil
      @S.Plattner. Ich gehe davon aus, dass Ihr Kommentar ironisch gemeint ist. Tatsächlich gibt es ganz verschiedene Strömungen im Islam. Was aber alle Muslime verbindet, sind Koran und Scharia. Vielleicht sind die einen Muslime weniger religiös oder freiheitlicher als andere, aber die Schriften des Islam wird kein Muslim ablehnen. Deshalb ist es für die freiheitliche Gesellschaften des Westens überlebenswichtig, dass sich der Islam reformiert.
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  • Kommentar von Markus Berner, Bülach
    Man schenkt diesen idiotischen Terroristen viel zu viel Aufmerksamkeit. Natürlich ist so ein Anschlag für die Betroffenen tragisch, und ich möchte das auch nicht verharmlosen - aber dafür die totale Überwachung einzuführen und unsere freiheitlilichen Grundsätze teilweise aufzugeben ist eine völlige Überreaktion, und letztendlich das, was diese Idioten bezwecken. In der EU gibt es jeden Tag ca. 100 (!) Verkehrstote, und deshalb wird Autofahren auch nicht verboten.
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    1. Antwort von Marina Struse, Berlin
      Warum Autofahren nicht verboten wird? Weil sich in Europa kein normaler Autofahrer ins Auto setzt, um andere Menschen zu töten. Aus diesem Grund wird auch das Autofahren nicht verboten werden müssen.
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  • Kommentar von B.Heim, Pfaffnau
    Die Kommentare hier zeigen, dass der Terrorismus vor allem bei den einfachen Gemütern Wirkung zeigt. Solche Attentate fallen hier auf fruchtbaren Boden! Ist eigentlich schon jemandem aufgefallen, dass seit der Westen dem "Terror den Krieg erklärt" hat, dieser so richtig in Schwung gekommen ist? Dass mit jeder westlichen Bombe, die im Irak, Afghanistan, Syrien oder sonstwo Frauen und Kinder zerfetzt hat, dutzende neue potentielle Terroristen geschaffen werden? Radikalisierung auf beiden Seiten!!!
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