Korrupte Gewerkschaften legen Argentinien lahm

Aufgetürmte Müllberge, lange Schlangen vor den Tankstellen. In Buenos Aires zeigt ein Generalstreik der Gewerkschaften bereits Wirkung. So kann der Gewerkschaftsführer Hugo Moyano seine Macht demonstrieren, sagt ein Kenner des Landes.

Leere Busterminal in  Buenos Aires.

Bildlegende: Generalstreik legt Argentinien lahm. Reuters

Mit einem Generalstreik haben Gewerkschaften in Argentinien gegen die Politik der Regierung protestiert. Der öffentliche Verkehr wurde für 24 Stunden lahmgelegt. Der Streikführer, Hugo Moyano, sei ein ehemaliger Verbündeter der Präsidentin Cristina Kirchner, sagt Peter Burghardt. Burghard ist Journalist und schreibt aus Buenos Aires für die Süddeutsche Zeitung.

Der Streik sei auch der Beginn des Wahlkampfes von 2015, wenn die aktuelle Präsidentin nicht mehr antreten darf, sagt er. Drei der fünf wichtigsten Gewerkschaften unterstützten die Protestaktion. «Es gibt auf der Welt wahrscheinlich keinen so wichtigen Gewerkschaftsführer wie Moyano», sagt Burghard. Moyano sei aber in Korruption verstrickt.

Aufgrund der Grösse des Landes ist Argentinien stark auf den Transport auf den Strassen angwiesen ist. «Wenn die Lastwagenfahrer streiken, dann wird nichts mehr transportiert und das Land steht still.» Das sei ein immenser Machtfaktor. «Moyano spielt damit seit Jahren. Mal mit der Regierung, mal dagegen.»

Regierung in der Kritik


Argentinien lahmlegen

5:38 min, aus Echo der Zeit vom 10.04.2014

Die Demonstrierenden kritisierten die Pläne der Regierung von Präsidentin Cristina Kirchner, Lohnsteigerungen zu begrenzen. «Es geht vor allem um Lohnforderungen über dieser Inflation. Die Regierung anerkennt ihre Inflation nicht an.» Weiter seien Subventionen gekürzt worden, und zwar stark. Auch die Steuern seien für die Leute viel zu hoch.

«Die Regierung hat einfach zu viel Geld ausgegeben in den letzten Jahren», analysiert Burghard. Nun wolle sie beispielsweise die Subventionen kürzen, aber es sei viel zu spät. «Die Inflation ist der Regierung entglitten.» Es gebe einen Schwarz-Kurs in Argentinen, der teilweise 60 Prozent höher liege als der offizielle Kurs, sagt der Journalist.