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Korsen demonstrieren Für Anerkennung der eigenen Sprache, aber nicht für Abspaltung

Legende: Video Nur noch einer von drei Korsen spricht Korsisch abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.02.2018.
  • In drei Tagen besucht Emmanuel Macron die französische Mittelmeerinsel.
  • Das haben nationalistische Gruppen zum Anlass genommen, um eine Demonstration zu organisieren.
  • Sie fordern für Korsika einen Autonomiestatus.
Demonstranten tragen riesiges Tuch mit Korsenkopf.
Legende: Nur 6000 oder bis zu 25'000 Teilnehmer? Die Zahlen über die Demonstranten gehen auseinader. Keystone

An der Kundgebung nahmen laut der örtlichen Präfektur bis zu 6000 Personen teil. Die Organisatoren sprachen laut AFP von 22'000 bis 25'000 Teilnehmern. Die Nationalisten wollen unter anderem erreichen, dass Korsisch als offizielle Sprache anerkannt wird. Die Abspaltung von Frankreich streben sie nicht an.

Die nationalistischen Kräfte waren aus der Regionalwahl im Dezember gestärkt hervorgegangen. Nach Gesprächen mit Vertretern der französischen Zentralregierung hatten sich korsische Politiker zuletzt enttäuscht gezeigt.

Hohe Erwartungen an den Besuch des Präsidenten

Mit der Demonstration unmittelbar vor Macrons zweitägigem Besuch wollen die Organisatoren neue Verhandlungen durchsetzen. Auch eine kurz zuvor verabschiedete Resolution des Inselparlaments soll den Druck erhöhen.

Der Chef des korsischen Exekutivrats, Gilles Simeoni, sagte in einem Interview mit dem TV-Sender France 2, es bestehe nun nach viel Unverständnis zum ersten Mal die Chance auf einen «fruchtbaren Dialog». «Deshalb erwarten wir uns viel vom Besuch des Präsidenten.»

Erinnerung an blutige Vergangenheit

Autonomiebestrebungen gibt es in Korsika seit Jahrzehnten – lange waren sie überschattet von Gewalt. 2014 legte die Korsische Nationale Befreiungsfront FLNC jedoch die Waffen nieder. Etwa zeitgleich gewannen nationalistische Kräfte politisch an Bedeutung.

Macrons zweitägiger Besuch steht im Zeichen der Erinnerung an die teils blutige Vergangenheit. Am Dienstag will er an Gedenkfeierlichkeiten für den ermordeten Präfekten Claude Érignac teilnehmen. Der Tod dieses Vertreters des Staats auf der Insel jährt sich dann zum 20. Mal.

Karte mit dem Italienischen Stiefel und Frankreich.
Legende: Die Mittelmeerinsel vor Italien gehört heute zu Frankreich, daran soll sich nichts ändern. SRF

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