Krawalle überschatten Renzis Arbeitsmarkt-Reform

Ab Januar 2015 tritt in Italien das umstrittene Reformpaket in Kraft. Nach der Abgeordnetenkammer hat nun auch der Senat zugesagt. Doch auf der Strasse ist man anderer Meinung. Es kam zu wüsten Ausschreitungen.

Polizisten und Demonstranten stehen einander gegenüber

Bildlegende: Zeichen der Verzweiflung: Jugendliche geraten bei Protesten gegen Renzis Arbeitsmarktreform mit der Polizei ins Gehege. Keystone

Endlich ist er durch, der «Job Act». Ab Januar tritt das Reformpaket der Regierung Renzi in Kraft. Nachdem letzte Woche die Abgeordnetenkammer die Reformen abgesegnet hatte, stimmte nun auch der Senat zu.

Die Regierung Renzi unterzog sich einer Vertrauensabstimmung, um das Massnahmenpaket durchzubringen. Das Kabinett wurde mit 166 zu 112 Stimmen bestätigt.

Ein zentraler Punkt der Arbeitsmarktreform ist die Lockerung des starken Kündigungsschutzes. Vor allem die Gewerkschaften laufen Sturm. Sie haben bereits einen Generalstreik für den 12. Dezember angedroht.

Verzweifelte Jugend

Doch auch in der Bevölkerung stossen die Reformen nicht nur auf Gegenliebe. In Rom gingen Studenten und Arbeitslose auf die Strasse. Einige vermummte Linksradikale lieferten sich üble Strassenschlachten mit der Polizei.

Die Demonstranten beschuldigen die Regierung, die Reform verschlechtere die Lage der Jungen, welche oft unsichere Arbeitsverträge hätten, noch mehr.

Die Arbeitslosigkeit liegt in Italien bei 13 Prozent – Tendenz steigend. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt besorgniserregend hoch: bei 42 Prozent.