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International Krawalle und Ablehnung: US-Aussenminister in Kairo

US-Aussenminister John Kerry ist in Ägypten eingetroffen. Sein Besuch ist von Boykottaufrufen und Krawallen überschattet worden. Bei Zusammenstössen kam mindestens eine Person ums Leben, zahlreiche Menschen wurden verletzt.

Legende: Video Anti-Kerry-Protest in Kairo abspielen. Laufzeit 2:00 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 02.03.2013.

Bei Ausschreitungen in den ägyptischen Provinzstädten Port Said und Mansura wurden Dutzende Polizisten und Demonstranten verletzt. In Mansura starb ein Zivilist. Er wurde während einer Strassenschlacht von einem Polizeitransporter überfahren.

Scharfe Munition eingesetzt

Auch in Port Said kam es zu gewaltsamen Zusammenstössen. Laut Augenzeugen haben Sicherheitskräfte eine friedliche Demonstration aufgelöst. Dabei hätten sie auch scharfe Munition eingesetzt. Es gab zahlreiche Verletzte.

Legende: Video Unschöne Ankunft: Kerrys Besuch in Kairo stösst auf Widerstand. abspielen. Laufzeit 0:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.03.2013.

Als Reaktion auf das harte Vorgehen der Polizisten setzten einige Demonstranten eine Polizeistation in Brand. Rund 500 Demonstranten hätten Steine und Molotow-Cocktails auf das Gebäude geworfen, das daraufhin in Brand geraten sei, erklärte das Innenministerium. Sie hätten dann die Feuerwehr daran gehindert, das Feuer in der Stadt am Mittelmeer zu löschen.

Baradei zeigt Kerry die kalte Schulter

In Kairo traf unterdessen US-Aussenminister John Kerry ein, um mit Vertretern von Regierung und Opposition über einen friedlichen politischen Übergang in dem Land zu beraten. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat Sabahi hatte es ebenso wie Friedensnobelpreisträger Mohammed El Baradei abgelehnt, Kerry in Kairo zu treffen.

Ein Mann hält ein Plakat: John Kerry, geh nachhause.
Legende: Demonstranten protestieren vor dem Aussenministerium gegen Kerry: «Geh nachhause». Keystone

Während der Gespräche demonstrierten einige Dutzend Anhänger linker und liberaler Parteien vor dem Aussenministerium in Kairo. Sie hielten Plakate mit Slogans wie «Kerry, du bist hier nicht willkommen» und «Kerry raus, raus, diese Revolution bleibt frei».

Der frühere Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, will sich allerdings mit Kerry treffen. Mussa gehört der Nationalen Rettungsfront an.

Kritik: US-Unterstützung für Muslimbrüder

Die säkulare Opposition wirft der US-Regierung vor, sie unterstütze die regierenden Muslimbrüder, obwohl diese die Spielregeln der Demokratie missachteten.

Die Opposition hat zu einem Boykott der Parlamentswahlen aufgerufen, die am 22. April beginnen sollen. Deshalb werden fast nur islamistische Parteien um Sitze im Parlament konkurrieren. Die Wahlkommission kündigte an, die Kandidaten hätten vom 9. bis zum 16. März Zeit, sich registrieren zu lassen.

Massive Sicherheitsvorkehrungen 

Für Kerrys Schutz wurden auf der Strasse zum Flughafen Kairo Hunderte Polizisten in Zivil aufgeboten. Die US-Botschaft bleibt aus Sicherheitsgründen an diesem Sonntag geschlossen, nachdem einige Oppositionsgruppen Proteste gegen Kerrys Besuch angekündigt hatten.

Es sind weitere Gespräche mit Präsident Mohammed Mursi und dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, geplant. Nach seinem Besuch in Ägypten will Kerry noch mehrere arabische Golfstaaten bereisen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Piet, Fleischmann
    Die Rolle der USA in Geschichte von Südamerika, z.B. Chile, Guatemala, Costa Rica, Venezuela is im www dokumentiert. Wieso is Irak mehr Unruhig seit US da waren? siehe Youtube: why we fight Seit 1902 "Big Stick" Politik. US-Militärausgaben sind grösser als die der nächstgrössten 14 Länder. Geld das woanders dringendst fehlt, Bildung, Presse etc. Wieso Amokläufe in Schulen? - Cesar/Rom ist es auch zu Kopf gestiegen. US-Finanzkrise 2009. Opiumkriege; IranContra, McCartism, Saudia Arabien, ....
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  • Kommentar von B. Muller, Zurich
    Der Westen und vor allem aber auch die Kommunisten sollten sich aus allen Islamischen Konflikt-Ländern zurückziehen, dmit sich diese sich mit ihrem Dschihad selbst bekämpfen können. Mal sehen, was dann noch übrig bleibt.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Tja, Hass blendet - im wahrsten Sinn des Wortes. So konnte der hier gezeigte Demonstrant nicht einmal den Familiennamen John Kerrys richtig scheiben. Auch dies sagt einiges.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Korrektur: Ich habe natürlich "schreiben" gemeint und nicht "scheiben" - bevor jemand falsche Schlüsse zieht.
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