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Krise im Libanon Macron reist überraschend nach Riad

Legende: Video Macron überraschend nach Riad gereist (Unkommentiert) abspielen. Laufzeit 0:28 Minuten.
Vom 10.11.2017.
  • Nachdem sich die Libanon-Krise am Donnerstag weiter verschärfte, ist der französische Präsident Emmanuel Macron am Abend überraschend nach Saudi-Arabien gereist.
  • Bei einem Treffen mit Kronprinz Mohammed bin Salman setzte er sich für eine friedliche Lösung in der Golfregion ein.
  • Wenige Stunden zuvor hatten Saudi-Arabien und Kuwait ihre Landsleute aufgefordert, Libanon so schnell wie möglich zu verlassen. Sie gaben zudem Reisewarnungen aus.

Die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA berichtete, bei dem Treffen sei es um die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten und die Bemühungen um Sicherheit in der Region gegangen, darunter auch die gemeinsame Abstimmung im Kampf gegen den Terror.

Für Stabilität in Libanon

Vor seinem Besuch in Riad hatte Macron angekündigt, dass er über Iran, Jemen und Libanon sprechen werde. «Ich habe sehr harte Positionen insbesondere über Iran gehört, die nicht konform sind mit dem, was ich denke». Er wollte dem Kronprinzen auch darlegen, wie entscheidend eine Stabilität Libanons sei.

Macron: «Der Dialog dient dazu, dauerhaften Frieden zu schaffen.»

Am Samstag hatte der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri überraschend seinen Rücktritt erklärt, und zwar von Riad aus. Mit dem Schritt geriet der
Libanon noch stärker in den Machtkampf zwischen Saudi-Arabien und Iran.

Wird Hariri festgehalten?

Bereits kurz danach gab es Spekulationen, wonach der lange mit den Saudis verbündete Hariri zum Rückzug gezwungen worden sein könnte. In seiner
Rücktrittsrede verurteilte der Politiker Iran und dessen verbündete Hisbollah. Er fürchte um sein Leben, sagte er.

Saudi-Arabien hat Berichte zurückgewiesen, wonach Hariri unter Hausarrest stehe. Er selbst gab allerdings keine derartigen Erklärungen ab – er dementierte auch nicht, dass seine Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist.

Hintergrund sind die Spannungen zwischen dem sunnitischen Königshaus von Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran. Beide rivalisieren um die Vorherrschaft im Nahen Osten. Im Bürgerkrieg im Jemen unterstützen beide unterschiedliche Lager. Saudi-Arabien hat offen in den Konflikt eingegriffen. Aber auch bei den Konflikten in Syrien, im Libanon oder dem Irak stehen sich Saudi-Arabien und der Iran als Feinde gegenüber.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Beat. Mosimann (AG)
    Bravo, Herr Macron, das Sie mit friedlichem Weg kommunizieren und nicht mit EISEN. Bewusstseins Gespräch, der GLAUBENSBRÜDER die ständig im Konflikt stehen und das ganze Volk, Mütter, Kinder HUNGERN, dann das verhindern der ÜBERLEBENSMÖGLICHKEIT. Wunderschöne Städte, das Erbe, die Geschichte und Kultur wurden zerstört, das Land ausgetrocknet. Wir bedenken, es gibt nur einen Gott, darum gibt es eigentlich gar nichts zum streiten, höchstens um die göttliche Gunst zu ringen.
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  • Kommentar von Klaus Waldeck (kdwbz)
    Es wäre wirklich einmal gut zu wissen ob die Unterschiede zwischen den beiden Glaubensrichtungen den Tod von Hunterttausenden unschuldigen Personen rechtfertigen können. Die Situation gleicht schon sehr der Zeit als sich in Europa Protestanten und Katholiken sogenannte Glaubenskriege lieferten.
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