Krisenbanken: EU bittet Grossanleger zur Kasse

Löcher in den Kassen der Grossbanken sollen nicht mehr zuerst die Steuerzahler stopfen müssen. Die Europäische Union will Aktionäre und Gläubiger stärker in die Pflicht nehmen.

Kursabsturz an der spanischen Börse.

Bildlegende: Die EU will künftig die Aktionäre und Gläubiger zur Kasse beten, um Banken zu retten. Keystone

Der europäische Finanzplatz erhält einheitliche Regeln für die Abwicklung von Krisenbanken. Nach langem Hin und Her haben sich die obersten Kassenhüter der EU auf einen Modus geeinigt. Das teilten EU-Diplomaten in der Nacht mit.

Die Regeln entlasten künftig die Steuerzahler bei Bankenrettungen und -liquidationen. Stattdessen werden Aktionäre und Gläubiger stärker in die Pflicht genommen, wie bereits im letzten Frühjahr in Zypern. Dort wurden zum ersten Mal Grossanleger herangezogen, um Banken aus der Krise zu helfen. Ausserdem sollen neu alle Staaten einen Abwicklungsfonds aufbauen wie in Deutschland, in den die Banken selber einzahlen.

Bis zuletzt stritten sich die Finanzminister über Ausnahmen für einzelne Länder wie Frankreich, Schweden und Grossbritannien. Umstritten war auch, wie genau die Lasten zwischen Gläubigern, Einlegern und öffentlichen Institutionen aufgeteilt werden, wenn Banken in Schieflage geraten.

Die Regeln könnten ab 2015 gelten, falls das Europaparlament ihnen zustimmt. Das Gesetzespaket ist ein Pfeiler der Bankenunion, die die EU anstrebt, um Bankenkrisen künftig zu verhindern.