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International Kritik an Menschenrechtslage auf der Krim

Amnesty International legt ein Jahr nach der Annexion der Krim durch Russland eine Bilanz zur Menschenrechtslage vor. Die Menschenrechtsorganisation spricht von Folter, Unterdrückung und Entführungen.

Zwei Frauen stehen vor bewaffneten Männern.
Legende: Amnesty International kritisiert die Menschenrechtslage auf der Krim. Reuters

Ein Jahr nach der Abspaltung der Halbinsel Krim von der Ukraine kritisiert Amnesty International die dortige Menschenrechtslage.

Man habe Kenntnis von mindestens sieben Menschen, die seit vergangenem März entführt wurden und seither nicht mehr aufgetaucht seien, heisst es in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation. Demnach befinden sich unter den Vermissten auch drei Vertreter der Krim-Tataren. Einzelne Personen, die die Machtübernahme durch Russland kritisiert hätten, seien auch gefoltert worden, schreibt Amnesty International.

«Klima der Angst» geschaffen

Um kritische Medien zum Schweigen zu bringen, werde ein «Klima der Angst» geschaffen, heisst es weiter. Vor anderthalb Monaten seien 30 bewaffnete und maskierte Mitglieder einer Spezialeinheit in die Büros des Tataren-Senders ATR eingedrungen, hätten den Sendeabbruch erzwungen und Dokumente der vergangenen elf Monate beschlagnahmt.

Mehrere Journalisten und Blogger hätten die Krim längst verlassen. Die Nachrichtenagentur QHA der Krim-Tataren habe bis heute keine neue Lizenz erhalten. Auch wenn die Machthaber auf der Krim angeben würden, sie würden die Fälle untersuchen: Passiert sei bisher nichts, so Amnesty weiter. Die Menschenrechtsorganisation fordert die internationale Gemeinschaft auf, entsprechend Druck auf Russland auszuüben.

58 Kommentare

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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Man kann sich vielleicht mal fragen, wer das Klima in der Region und insbesondere zwischen Russland und dem Westen begonnen hat, zu vergiften. Hüben wie drüben wird seither sehr sparsam umgegangen mit Nächstenliebe.
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    1. Antwort von AM. Barbier, Zuerich
      Wieso kam es ueberhaupt zu diversen Abspaltungen vom 'Russischen Reich' nach dem Zusammenbruch der UdSSR? In diversen Randregionen nahm man Reissaus (Lettland, Estland, Litauen, Ukraine (orangene Rev.), Georgien, etc.). Wieso denn diese Fluchtwuensche, wenn es da so toll war? Wieso wuenschen sich die Buerger in diesen Laendern keinen Rueckanschluss mehr an Russland? Wieso herrscht zumindest in balt.Staaten einigermassen Eintracht? Wieso hat Putin die Krim gewaltsam erobert? Alles Propaganda?
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    2. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      @ AM Barbier: Bin mit allem einverstanden, mit dem was Sie schreiben. Aber warum musste man R mit einem EU-Assoziazionsabkommen dermassen provozieren? Siehe z.B. Abs. 10 dieses Abkommens, welches eine engere militärische Anbindung der Ukraine an Europa und damit an die Nato vorsieht. Und warum mussten die USA in einem gewaltätigen Putsch in der Ukraine, an den Grenzen Russlands mitmischen? Warum die diplomatischen Kriegserklärungen gegen Putin (Obama verglich ihn mit IS und Ebola als Seuche)?
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    3. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Darf ich mich kurz einmischen, H.Bernoulli? Obama hat Putin vor australischen Studenten mit Ebola und IS verglichen, nachdem dieser schon lange auf der Krim und im Donbass zu gewaltsamen Mitteln gegriffen hatte. Umgekehrt hat sich die russische Propagandamaschine schon seit Jahren auf den "dekadenten" Westen eingeschossen, begleitet von immer heftigeren militärischen Muskelspielen. Zur Erinnerung: Die Ukraine ist ein souveräner Staat und nicht Russlands "Hinterhof"....
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    4. Antwort von AM. Barbier, Zuerich
      Sehr geehrter Herr Bernoulli, um die Gruende hierfuer zu erforschen, muessen wir zur Abspaltung zurueck - zur (unsauberen?) orangenen Revolution mit Poroschenko/Timoschenko, der (unsauberen?) Machtuebernahme von Janukowitsch, den ewigen Intrigen Putins in Affaeren anderer Staaten (aktuell wieder Ossetien). Weiss nicht, habe keine Kontakte in der Ukraine. Mir scheint es einfach zu kurz gegriffen, irgendwo auf Schuldige zu zeigen, obwohl die Quelle weiter zurueck liegt (sprich: nicht Nato/Maidan)
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    5. Antwort von N.Belg, Luzern
      F.B. "Ukraine ist ein souveräne Land"??? Was macht dort USA in allen Strukturen der Macht? Ahh, so sieht eine "souveräne" Staat, wo die Ideologie, vorbereitet von der Bandera und Schuhewitsch Nachfolger durch CIA in die Köpfe der Ukrainer wieder eingesetzt war. Militärisch und financiel, und über SBU hängt USA Flagge. Das ist sehr "souveräne"!!!
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    6. Antwort von N.Belg, Luzern
      H.Bernoulli, Sie schreiben alles richtig! Für den Putsch waren sogar die Radikalen vorbereitet durch USA, wie sie die Spezialeinheiten runter schlagen sollen auf dem Maidan. USA schon lange war mitten drin in der Ukraine. Wie auch durch Saakaschwili, daraus folgte Südossetien Konflikt.
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    7. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      N.Belg, ist es ein Zeichen von Souveränität, wenn Janukowitsch ein von seiner Regierung während Jahren ausgehandeltes Abkommen plötzlich nicht mehr unterschreiben will, weil der grosse Nachbar es ihm verbietet? Die von Ihnen aufgetischten üblichen Verschwörungstheorien können nicht vom Thema ablenken, um das es hier geht: Die Besorgnis erregenden Entwicklungen auf der Krim seit der Annexion durch Putin-Russland.
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    8. Antwort von N.Belg, Luzern
      Janukowitsch mindestens hier mit dem Abkommen handelte richtig, das waren raub Bedienungen fürs Land. W.Putin hat damit nichts zu tun. Und in Krim war alles sauber ohne Verstosse internationale Rechte und legitim.
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    9. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Wow, Frau Belg! Woher nehmen Sie diese absolute Gewissheit? Ich denke, politische Ansichten sollten immer etwas mit der Realität zu tun haben. Schon die Annexion der Krim war ein eklatanter Vertrauensbruch, hat doch die RF zusammen mit anderen Ländern 1994 für die territoriale Integrität der UA gebürgt. Was dort seither geschieht, ist sowieso mehr als bedenklich. AI schreibt nicht einfach Unsinn. Janukowitsch? Natürlich musste er zurückkrebsen, Putin will eine "eurasische" Ukraine!
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    10. Antwort von m.mitulla, wil
      @F. Buchmann. Janukowitsch hatte sich nicht abgewendet vom Westen, sondern er wollte mit beiden Seiten Handel treiben. Der Westen hatte ihm 700 Mio. versprochen, wenn er sich ausschliesslich dorthin ausrichten würde. Darufhin erhöhte Putin den Betrag und Janukowitsch sass im Dilemma. Was folgte, war der Maidan mit den Schüssen, welche bis heute nicht aufgeklärt sind und welche den Bürgerkrieg verursacht haben. Diese Schüsse zogen immer weitere Kreise - heute droht ein Krieg in Europa.
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    11. Antwort von N.Belg, Luzern
      m.mitulla Danke für ihre tolle Kommentare! Viele, wenn nicht dumm sind wissen, was passiert ,aber man muss diese "Position" halten, sonnst womit man kann sich gegen Putin äussern, auch die west.Politiker tuen so. Aber über Menschen und Land und was für sie besser wäre, denken sie am wenigstens.
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    12. Antwort von m.mitulla, wil
      Danke N. Belg. Ich schreibe nur, wovon ich überzeugt bin. Allerdings hatte ich mich auch schon täuschen lassen, weshalb ich mich nun versuche an Fakten zu halten. Leider befinden wir uns in einer unglaublichen Propagandamaschinerie - welche die Menschenrechte in der Ukraine ausser Acht lässt. Die Menschen aller Länder wollen i.d.R. keinen Krieg - es sind immer die Mächtigen, die Krieg fordern - und es sind immer die Schwächsten, die dafür bezahlen müssen. Ich meine KRIEG IST PER SE FALSCH.
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    13. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Belg&mitulla, bezeichnenderweise lassen Sie den Bericht von Amnesty links liegen, und auch die Pressionen Putins gegen die Ukraine, sowie die Tatsache, dass die RF mit der Annexion der Krim eine von ihr unterzeichnete Garantieerklärung gebrochen und damit massiv Vertrauen zerstört hat, ist Ihnen keines Kommentars wert. Dass die EU die UA genötigt haben soll, sich von der RF abzuschotten, ist eines jener hartnäckigen "russischen Märchen", welche durch ständiges Wiederholen nicht wahrer werden.
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  • Kommentar von Weber Jean-Caude, Zinal
    @Belg des Menschen liebstes Werkzeug ist die Folter. Sei es physische oder psychische und das fängt schon in der Familie an. Ist also unabhängig der Staatsform. Darum gibt es Vereinbarungen gegen die Folter um diese zu verdammen. Nur demokratische Staaten halten diese ein, können aber auch nicht verhindern dass dort zwischendurch gefoltert wird. Das ist der grosse Unterschied zwischen dem Tier und dem Menschen. Dem Menschen sind alle Mittel recht um einen Gegner zu erniedrigen und zu erpressen.
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    1. Antwort von m.mitulla, wil
      @Weber. Jetzt vermischen Sie zu viele Dinge. Die Familie ist der Hort des Geborgenseins. Dort entsteht nicht die Folter. Die Folter entsteht aus der Zerstörung der Familie - also, wenn einer "nichts mehr zu verlieren hat".... und weiter "Nur demokratische Staaten halten diese ein (Vereinbarungen gegen die Folter)"... Hallo? In den USA herrscht zwar (vordergründig) Demokratie, trotzdem sind deren Vertreter führend im Foltergeschäft. Beispiele würden den Rahmen von 500 Zeichen definitiv sprengen..
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    2. Antwort von N.Belg, Luzern
      Was habe ich damit zu tun?
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    3. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      @ J.Cl Weber: nur weiter so! Sie liefern die besten Argumente! Die Folter der US-Geheimdienste waren von oberster Regierungsebene abgesegnet. Ergo sind/waren nicht Demokraten in der US-Regierung, welche Verbrechen gegen die Menschenrechte begingen. Entsprechend dürften die USA vorerst ihren eigenen Laden ausmisten, bevor sie anderen Lektionen in Sachen Demokratie erteilen.
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  • Kommentar von m.fischbacher, bern
    @P.Fetz. In Bezug : Sie kennen den Spruch? "Je mehr man in der Sch..... Rührt, desto mehr Stinkt es" also lässt man da wohl lieber den Deckel drauf! Wenn Russland in den Abschuss von MH17 verwickelt gewesen wäre, hätte AI die Gelegenheit bestimmt nicht versäumt, dies auch in ihrem Bericht zu erwähnen!
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Wenn Russland in den Abschuss der MH17 verwickelt gewesen wäre, es dafür Beweise gäbe, wäre das schon längstens öffentlich gemacht worden. Es ist also kaum an zunehmen, dass Amerika & die EU, wäre es Russland gewesen, es dann noch unter dem Deckel halten würden. Eigentlich ein Beweis, dass die Regierung in Kiew nicht unschuldig daran ist. Ist ja wie mit den Scharfschützen auf dem Maidan auch. Die Ermittlungen werden auch unter Verschluss gehalten.
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