Kroaten beschweren sich beim Papst über ihre Bischöfe

Papst Franziskus hat einen Brief erhalten, in dem sich Kroaten über ihre katholischen Bischöfe beschweren. Deren «katholischer Nationalismus» mache das Zusammenleben der Kroaten mit der serbischen Minderheit unmöglich.

Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen (NGO) in Kroatien haben sich in einem Brief an Papst Franziskus über die katholischen Bischöfe beschwert.
Deren «katholischer Nationalismus» mache das Zusammenleben der Kroaten mit der serbischen Minderheit unmöglich, schreiben zahlreiche Nichtregierungs-organisationen. Die Bischöfe hätten wiederholt offen Verständnis gezeigt für die kroatischen Nationalisten, die in der Stadt Vukovar seit Monaten Behördenschilder mit serbisch-kyrillischer Schrift zerstörten.

Video «Hart umkämpftes Vukovar – Auf dem Weg zur Versöhnung» abspielen

Rückblick auf die Schlacht um Vukovar von 1991

0:23 min, aus Tagesschau am Mittag vom 4.11.2010

Serbisch-kroatische Verkehrsschilder polarisieren

In Vukovar, das 1991 im Bürgerkrieg von Serben bis auf die Grundmauern zerstört worden war, sind Schilder an Behördengebäuden nicht nur in lateinisch-kroatischer, sondern auch in serbischer Schrift von der Verfassung vorgeschrieben.

Denn überall dort, wo wie in Vukovar die Serben mehr als ein Drittel der Bevölkerung ausmachen, sind zweisprachige Schilder auch im Verkehr zwingend.

Die sozialdemokratische Regierung will diesen Verfassungsgrundsatz auch in Vukovar durchsetzen. In dieser «Heldenstadt», die auch «kroatisches Stalingrad» genannt wird, haben kroatische Nationalisten das bisher immer wieder verhindert.