Kroatien verbilligt Kredite in Franken

Das Parlament in Kroatien hat finanzielle Erleichterungen für Franken-Kreditnehmer ermöglicht. Es änderte das Konsumentenkreditgesetz ab, wodurch der Wechselkurs für den Franken bis zu einem Jahr fixiert ist.

Bündel von Tausender-Banknoten auf einem Tisch

Bildlegende: Wer in Kroatien Kredite in Franken aufgenommen hat, wird entlastet. Keystone

Der Höhenflug des Schweizer Frankens bringt Regierungen in Ost- und Südost-Europa in Bedrängnis. Denn viele Bürger dieser Länder haben Kredite in Franken aufgenommen und diese sind nun – nach dem Entscheid der Schweizerischen Nationalbank – viel teurer geworden.

300'000 Kreditnehmer profitieren

Deshalb handelt Kroatien: Für den Franken gilt künftig ein fixer Wechselkurs von 6.38 Kuna. Der Franken war am Freitag ungefähr 7.75 Kuna wert.

Angenommen hat das Parlament zudem einen kurzfristig eingebrachten Regierungsvorschlag, wodurch der festgelegte Frankenkurs für alle Konsumentenkredite gelten wird, die an die Schweizer Währung gebunden sind. Von der neuen Regelung profitieren gemäss emäss einer Schätzung bis zu 300'000 Kroaten. Ursprünglich war geplant, den fixierten Franken-Kurs nur für jene Kredite anzuwenden, deren Wert über eine Million Kuna hinausgeht.

Kosten tragen die Geschäftsbanken

Den Kursunterschied bei den Franken-Krediten sollen die Geschäftsbanken tragen. Laut Medienberichten dürfte es sich um Wechselkurskosten von etwa 50 Millionen Euro handeln.

Geschäftsbanken hatten sich Anfang der Woche über die Regierungsentscheidung überrascht gezeigt. Die Regierung hatte nämlich laut Medienberichten mit den Geschäftsbanken vereinbart, den Wechselkurs für den Franken nur für drei Monate zu fixieren.

Serbien will keine Fixierung

In Serbien schloss derweil Regierungschef Aleksandar Vucic eine Fixierung des Wechselkurses der serbischen Währung zum Franken aus. Er sei gegen eine Lösung auf Kosten von Geschäftsbanken, zitierte ihn der Belgrader Sender B-92.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • FOKUS: Europas Frankenkredite-Albtraum

    Aus 10vor10 vom 20.1.2015

    Günstige, attraktive Kredite wollten sie haben. Jetzt stöhnen Hausbesitzer und sogar ganze Städte in Europa über den starken Schweizer Franken. Mit der Aufgabe des Euro-Mindestkurses letzte Woche sind ihre Schulden um bis zu 20 Prozent gestiegen.