Zum Inhalt springen
Inhalt

International Kurden vertreiben IS aus Sindschar

Die nordirakische Stadt ist aus der Umklammerung der IS-Terroristen befreit worden. Die kurdischen Peschmerga-Truppen haben ihre eigene Offensive für erfolgreich erklärt. Alle Terroristen seien geflohen. Die Rückeroberung Sindschars hat eine grosse symbolische Bedeutung.

Legende: Video Peschmerga-Kämpfer erobern irakische Stadt Sindschar zurück abspielen. Laufzeit 02:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.11.2015.

Kurden-Kämpfer haben die IS-Terrormiliz in der strategisch bedeutsamen Stadt Sindschar im Nordirak für besiegt erklärt. Nach einer von der US-Luftwaffe unterstützten Grossoffensive teilte der Sicherheitsrat der autonomen Kurdenregierung mit, der Islamische Staat (IS) sei «geschlagen und auf der Flucht».

Peschmerga-Kämpfer seien von allen Seiten in die Stadt eingedrungen und hätten wichtige Gebäude eingenommen, hiess es in einer Mitteilung. Im Zentrum Sindschars hätten sich nur noch einige Selbstmordattentäter verschanzt, sagte ein kurdischer Kommandant der dpa. Aus dem Ort war heftiges Gewehrfeuer zu hören. Hunderte Peschmerga marschierten in die Stadt ein.

Das kurdische Fernsehen zeigte Bilder, in denen Kämpfer die schwarze Flagge des IS von einem Getreide-Silo rissen und stattdessen die kurdische Flagge hissten.

Dank an USA

Die Peschmerga würden südlich von Sindschar weitere Orte befreien, verspräch der Präsident der kurdischen Autonomiegebiete im Irak, Massud Barsani.

Barsani dankte den USA und der von ihr geführten Koalition, die die Kurden seit Monaten mit Luftangriffen auf IS-Stellungen unterstützen.

Ein symbolischer Sieg

Die Offensive hatte am Donnerstag begonnen. Sindschar liegt an einer Hauptstrasse, die die IS-Hochburgen Mossul im Irak und Rakka in Syrien verbindet. Die wichtige Nachschubroute des IS hat die Peschmerga nun unterbrochen.

Eine Rückeroberung von Sindschar hätte zudem eine grosse symbolische Bedeutung. Denn der IS hatte bei der Einnahme Sindschars im August 2014 Tausende Jesiden getötet, versklavt oder vergewaltigt. Die Gewalt war der Anstoss für die USA, in den Konflikt einzugreifen. Die Jesiden werden vom IS als «Teufelsanbeter» verfolgt.

Sindschar

Irak startet Grossoffensive

Die irakische Armee hat eine Grossoffensive gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) in Ramadi bei Bagdad eingeleitet. Die Grossstadt, die seit rund einem halben Jahr vom IS kontrolliert wird, sei inzwischen von drei Seiten eingeschlossen, teilte das Militär mit. Der Sturm auf Ramadi habe allerdings noch nicht begonnen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von A. Schulze (A. Schulze)
    Gute Neuigkeiten. Ein Dank an die Russen. Hätten sie nicht in den Konflikt eingegriffen und dabei die USA nicht so vorführt, würden sie immer noch in ihrem Scheinkampf rumdümpeln. Jetzt waren sie mal endlich gezwungen richtige Ziele zu treffen und die Kurden richtig zu unterstützen. Aber egal wie, haupsache sie tun es jetzt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Erwin Jenni (ej)
    Ohne die Kurden wären die Schlächterien des IS noch viel ausgedehnter und massiver. Viele Muslime und Christen haben den Kurden ihr Leben zu verdanken! Den Kurden gehört endlich ein eigener Staat in dieser Region! Viel mehr noch als den Palästinensern, denn die Kurden beweisen immer wieder, dass dieser Staat auch funktionieren würde. Ohne Hilfsgelder aus dem Westen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Den Kurden ermöglichen einen eigenen Staat zu errichten wäre vielleicht sogar wünschenswert und richtig. (UN, Selbstbestimmung der Völker) Die Frage stellt sich aber, wie reagieren dann die Türkei, Iran, Irak und Syrien darauf? Wir dürfen nicht vergessen, dass in diesen Regionen, die Europäer nach dem Zerfall des osmanischen Reiches gewirkt haben und die Aufteilungen vorgenommen haben, die ua. auch heute zu diesen versch. Konflikten führten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      @Haller: "Die Europäer" kann man so nicht stehen lassen. Es waren Kolonial- und Siegermächte des 1. Weltkrieges, das osmanische Reich gehörte nämlich neben dem deutschen Kaiserreich und der Habsburger-Monarchie zu den Besiegten, die willkürlich das Land aufteilten und zusammenfügten was nicht zusammen gehörte. Die Folgen wirken, wie Sie schon festgestellt haben, noch nach 100 Jahren nach, zuerst der 2. Weltkrieg, Jugoslawienkrieg und jetzt die Konflikte im Nahen Osten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen