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Labor bestätigt Nowitschok Nervengift identifiziert - Herkunft unklar

  • Im Fall des Anschlags auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal hat ein britisches Forschungslabor das eingesetzte Gift als «Nowitschok» bestätigt.
  • Laut dem Labor-Chef sind «extrem komplexe Methoden» zur Herstellung dieses Nervengifts vonnöten, über die «wahrscheinlich nur ein staatlicher Akteur» verfüge.
Beamte in Schutzkleidung packen eine Sitzbank ein.
Legende: Die Herkunft des Nowitschoks, welches im britischen Salisbury sichergestellt wurde, ist noch unklar. Keystone / Archiv

Gary Aitkenhead, Laborchef des Forschungszentrums des britischen Verteigungsministeriums, sagte mit Blick auf das beim Anschlag verwendete Gift: «Wir konnten nachweisen, dass es sich um Nowitschok handelte und dass es sich um ein Nervengift militärischer Art handelte.»

Aber sein Labor habe «nicht die genaue Herkunft» aus Russland nachweisen können. Es sei auch nicht die Aufgabe seines Labors, nachzuweisen, wo ein solches Gift hergestellt worden sei.

Komplizierte Herstellung

Allerdings seien «extrem komplexe Methoden» zur Herstellung dieses Nervengifts vonnöten, über die «nur ein staatlicher Akteur» verfüge, fügte der Laborchef hinzu. Er wies zugleich den Vorwurf aus Moskau zurück, dass das Nervengift aus seinem britischen Labor stammen könnte. «Es ist absolut unmöglich, dass das von uns kommt oder unsere Mauern verlassen haben könnte.»

«Regierung hat weitere Quellen»

Sie hätten ihre Informationen an die Regierung weitergegeben. Diese habe dann «unter Verwendung weiterer Quellen die Schlussfolgerungen zusammengesetzt, zu denen man gelangte».

Die britische Regierung blieb bei ihren Anschuldigungen, dass Russland für den Anschlag verantwortlich sei. «Es gibt keine andere plausible Erklärung dafür», teilte das Aussenministerium in London mit. Man wisse, dass Russland kleine Nowitschok-Mengen für eventuelle Attentate hergestellt und gelagert habe.

Nowitschok wurde vom sowjetischen Militär in den 1970er- und 1980er-Jahren entwickelt. Die britische Regierung wirft der Regierung in Moskau vor, hinter dem Anschlag auf den Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter am 4. März im englischen Salisbury zu stecken. Russland weist dies zurück. Der Anschlag von Salisbury hat die ohnehin schon angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen zusätzlich massiv belastet.

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62 Kommentare

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  • Kommentar von A. Schulze (A. Schulze)
    Es ist also sehr komplex und niemand außer Russland könnte es herstellen? Wahrscheinlich genauso wenig wie eine Privatperson ein Unternehmen gründen kann, um mit einer eigenen Rakete aus Spaß sein Auto in den Orbit zu schießen? Das sind eindeutige Beweise die jede Strafe rechtfertigen. Ironie Off.
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  • Kommentar von Gabriel S. (Gabriel.S)
    Jetzt wo offziell klar ist, dass das Gift nicht aus Russland stammt: Warum wird dies in den Medien nun nicht so massenhaft verbreitet wie vor einer Woche die Vermutung, dass es die Russen waren? Für diesen Bericht musste ich auf die zweite Nachrichtenseite scrollen, bis ich hierhin kam.
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    1. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      Wahrscheinlich schafft es nur auf die Titelseiten, was von AP, Reuters und Co. kommt... langsam merken's die Leute, was man unter "fake news" so alles verstehen muss... Und das ist gut so.
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    2. Antwort von kurt trionfini (kt)
      Herr Gabriel: "Jetzt wo offiziell klar ist, dass das Gift nicht aus Russland stammt". Im obigen Beitrag kommt das weniger klar daher, Ich zitiere: "...sein Labor habe «nicht die genaue Herkunft» aus Russland nachweisen können".
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    3. Antwort von R. Glättli (R. Maier-G.)
      Genau diese Feststellung machte ich auch! Hätte mir auch grössere und längere Präsenz auf der vordersten Seite gewünscht! Gerade von SRF erwarte ich hier mehr, als von der Regenbogenpresse! Deshalb stimmte ich gegen "no Bilag"! ;-)
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Die britische Premierministerin Theresa May gerät mit ihren unhaltbaren Provokationen in der Skripal-Affaire gegenüber Russland jetzt mächtig unter Druck.London kann die Herkunft von Gift im Falle Skripals im Labor nicht nachweisen. Die USA, GB, und die EU hatten es sehr eilig auf Russland zu zeigen und die Ausweisungen von Diplomaten so wie Sanktionen auszusprechen. Eine Blamage. Ein „Europa“, so ganz ohne Moskau kann es nicht geben. Bin gespannt auf ein Statement von Putin, der USA und EU.
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