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International Lächelnd am Stock: Kim Jong Un wieder aufgetaucht

Wochenlang war über das Schicksal von Nordkoreas Machthaber spekuliert worden. Nun ist er wieder in der Öffentlichkeit zu sehen gewesen. Die Parteizeitung zeigte Bilder des in Schwarz gekleideten Diktators, der sich lächelnd auf einen Gehstock stützt.

Ein Mann auf der Couch mit Stock, daneben ein Mann der etwas notiert.
Legende: Nach wochenlanger Absenz zeigte sich Kim Jong Un jetzt wieder in der Öffentlichkeit. Keystone

Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet, Kim habe einen neugebauten Gebäudekomplex in der Hauptstadt Pjöngjang begutachtet.

Der rund 30-jährige Kim war zuletzt Anfang September in der Öffentlichkeit gesehen worden, als er mit seiner Frau ein Konzert in Pjöngjang besuchte. Zwar kam es in der Vergangenheit öfter vor, dass sich der nordkoreanische Staatschef länger nicht in der Öffentlichkeit zeigte. Da Kim aber auch wichtigen politischen Treffen fernblieb, war das ungewöhnlich.

Gerüchte um Krankheit

Seine lange Abwesenheit hatte daher Gerüchte befeuert, Kim sei schwer krank oder gar entmachtet worden.

KCNA berichtete nun, Kim habe ein Wissenschaftsinstitut und eine Wohnanlage besichtigt, die für Forscher gebaut worden sei, die am Satellitenprogramm des Landes arbeiten. Er habe sich «äusserst zufrieden» gezeigt. Die mit bunten Kacheln dekorierten Aussenwände der Häuser seien «wunderschön», sagte Kim demnach.

Lächelnd auf der Couch

Das Staatsmedium verlor weder ein Wort über den Gesundheitszustand des Machthabers noch über dessen lange Abwesenheit. Es blieb ausserdem unklar, wann er den Gebäudekomplex besuchte. Üblicherweise veröffentlicht KCNA derlei Meldungen aber am Tag danach.

Auf den Bildern in der Parteizeitung «Rodong Sinmun» war ein lächelnder Kim zu sehen, der von hohen Parteivertretern umringt war, darunter Hwang Pyong So, die faktische Nummer zwei in der nordkoreanischen Staatshierarchie. Kim stützte sich auf einen schwarzen Stock. Auf einem Bild war er zudem auf einer Couch sitzend zu sehen, wie er zu seinen Begleitern sprach, die sich Notizen machten.

Starker Raucher

Kim gilt als starker Raucher, ausserdem nahm er jüngst deutlich an Gewicht zu. Der junge Staatschef soll unter anderem an Gicht, Diabetes und Bluthochdruck leiden. Nordkorea nahm kürzlich nur vage zu Kims Gesundheit Stellung, als das Staatsfernsehen in einem Bericht Ende September von «Unwohlsein» sprach.

Der Bericht zeigte Kim zudem hinkend bei einem Fabrikbesuch. «Es ist noch immer nicht klar, ob er sich von seinem angeblichen 'Unwohlsein' erholt hat oder wie schwerwiegend das war», sagte der Nordkorea-Experte Kim Yeon Chul von der südkoreanischen Universität in Inje. Wichtig sei Pjöngjang aber offenbar gewesen, der internationalen Öffentlichkeit zu zeigen, dass Kim das Land weiter normal regiere.

Andere Experten halten das wochenlange Schweigen für eine Taktik, um international im Gespräch zu bleiben. Der Nordkorea-Spezialist John Delury von der Yonsei Universität in Seoul mutmasste, da Kim offenkundig nicht unheilbar krank sei, dürften die Behörden es so aussehen lassen, als habe sich der Machthaber verletzt, «als er für das Land und das Volk» im Einsatz war. Kim hatte die Macht in dem streng abgeschotteten kommunistischen Land nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Dezember 2011 übernommen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von P.Fetz, Zürich
    Der arme Kerl hats an den Füssen! Das sind doch alte Fotos die Ihn zeigen, wie immer! Er ist sicher in der Schweiz in einem Privatklinik und hat seine Füsse Operriert und macht einen Erhohlungs- Aufenthalt. Vieleicht mit einen Diätprogramm.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Lieber Kim, wir sind alle so froh, dass sie noch leben. Sonst hätten wir eine Figur weniger, über die man in Unterhaltungs-Sendungen Witze machen kann. Eigentlich hat jede Meldung über diese bizarre Figur etwas Erheiterndes: Ich freue mich immer auf die neusten abstrusen Meldungen aus Norkorea.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Die Auftritte Kims erinnern immer an den Diktator, den Charlie Chaplin so eindrücklich spielte. Die Generäle überzeugen mit Papier und Stift in der Hand von ihrer Willenlosigkeit. Doch sind sie die Vollstrecker in einer Herde von Schafen. Aber diese Generäle haben im echten Leben, anders als in Chaplins Film, zu viel Macht über Menschen, über Leben und Tod. Es gibt anscheinend keine Möglichkeiten, um diesen Spielen mit der Macht ein Ende zu bereiten, ohne anderen Menschen dabei zu schaden.
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