Zum Inhalt springen

International Länder an Balkanroute bringen Flüchtlinge direkt nach Deutschland

Die Länder an der Balkanroute wollen Flüchtlinge ab sofort koordiniert nach Deutschland bringen. Den Transport sollen die nationalen Eisenbahngesellschaften übernehmen. Flüchtlinge aus Griechenland werden nur noch einmal in Mazedonien registriert.

Legende: Video Flüchtlings-Transporte direkt nach Deutschland abspielen. Laufzeit 0:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.02.2016.

Die Länder an der Balkanroute wollen Flüchtlinge ab sofort nach einer einzigen Erstkontrolle in Mazedonien künftig gemeinsam nach Deutschland transportieren. Das haben die Polizeidirektoren Mazedoniens, Serbiens, Kroatiens, Sloweniens und Österreichs in Zagreb vereinbart.

Neue direkte Reiseroute nach Deutschland im Zug

Der kroatische Polizeichef Vlado Dominic beschreibt das neue Grenzregime folgendermassen: Flüchtlinge aus Griechenland werden nur noch an der Grenze in Mazedonien einmalig erkennungsdienstlich erfasst. Von der mazedonischen Grenzstadt Gevgelija, rund 50 Kilometer nördlich von Thessaloniki, gehe die Reise dann organisiert mit dem Zug ins südserbische Presevo.

Die nächsten Stationen seien Sid in Nordserbien, Dobova in Slowenien und schliesslich Spielfeld in Österreich. Von dort würden sie dann durch Österreich nach Deutschland gebracht. Die jeweiligen nationalen Eisenbahngesellschaften übernähmen den Transport, hiess es weiter.

Durchreisen dürfen nach dem neuen Abkommen nur noch Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Eine Begrenzung ihrer Zahl sei bisher allerdings nicht vorgesehen. Alle anderen Flüchtlinge werden abgewiesen und müssen in die sogenannten Hotspots in Griechenland oder in der Türkei zurückkehren, erläuterte Dominic die Abmachung.

Flüchtlinge verlassen in Scharen einen Zug beim Flüchtlingslager in Sentilj in Slowenien an der Grenze zu Österreich.
Legende: Mit dem Zug sollen Flüchtlinge direkt von Mazedonien nach Österreich transportiert werden. Reuters

«Slowenien ist ein Opfer Österreichs»

Am Mittwoch hatten die Regierungschefs von Kroatien, Slowenien, Serbien und Mazedonien zugesagt, in der Flüchtlingskrise Alleingänge zu vermeiden. Sie wollten jedoch auf Entscheidungen von Nachbarländern reagieren, hiess es EU-Kreisen.

Die Regierungschefs kritisierten die «einseitige Entscheidung» Österreichs, die Zahl der Flüchtlinge zu begrenzen und nur noch 80 Asylanträge pro Tag zu akzeptieren. Das berichtete die slowenische Nachrichtenagentur STA unter Berufung auf EU-Quellen. «Slowenien ist ein Opfer Österreichs», hiess es demnach. Slowenien gab daraufhin bekannt, die Zahl der Flüchtlinge ebenfalls zu begrenzen und sich dabei im Rahmen der Quoten zu bewegen, die Österreich festgelegt hat.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

23 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Markus Guggisberg (gugmar)
    Schlechte Idee. Einmal hier immer hier. Diffusion in EU garantiert und "Verteilung" nicht aufzuhalten !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz Huber (R.)
    Das ist jetzt mal eine vernünftige Idee, im Vergleich zu was D und der EU bisher als Beitrag zur Reduktion der menschlichen Dramen auf der Route eingefallen ist. Bravo an die Fünf Länder. Ob Deutschland auch so begeistert ist, dass jetzt alle zu ihnen transportiert werden, wage ich allerdings zu bezweifeln.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Max Moriz (Max und Moriz)
    54'000 Euro (brutto) sind schon viel. 30´000 Euro und weniger schon eher, wenn vom Michel die Rede ist :-)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      ...ja in Deutschland gibt es natürlich nur Geringverdiener, alle nagen am Hungertuch. Horrormärchen die hier zum Besten gegeben werden. Wenn Sie es genau wissen wollen, gucken Sie in amtlichen Statistiken nach: Vollzeit jährlich durchschnittlich 45.324 brutto (monatlich 3.777), Teilzeit durchschnittlich 22.656 brutto (monatlich 1.888) . Das Haushaltseinkommen liegt natürlich wesentlich höher wegen meistens doppelter Einkommen/Berufstätigkeit.Wer natürlich nichts gelernt hat, verdient weniger.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen