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International Landminen fordern tausende Tote – auch zu Friedenszeiten

Alle zwei Stunden stirbt ein Mensch durch eine Landmine. Die UNO gedenkt am heutigen Tag der Opfer und ruft zum Kampf gegen die Waffen auf. Die sind besonders heimtückisch – denn häufig trifft es Kinder.

Legende:
So viele Landminen haben diese Staaten *geschätzte Angaben Landmine-Monitor 2012 der Internationalen Kampagne für ein Verbot von Landminen (ICBL)

Sie gehören zu den tödlichsten Waffen weltweit: Landminen. Knapp 4000 Menschen sterben jährlich durch die vergrabenen Waffen. 70 Prozent der Opfer sind Zivilisten, 42 Prozent davon Kinder, schreibt die Internationale Organisation «Handicap International».

Konvention der UNO verbietet Landminen

Die UNO hat das Problem erkannt und 2006 den «Internationalen Tag zur Aufklärung über Minengefahren» ins Leben gerufen. Seitdem gedenken die Vereinten Nationen jeweils am 4. April den Opfern von Landminen und rufen zur Unterstützung ihrer Programme auf. Diese basieren auf der Anti-Minen-Konvention von 1997. Nach Schätzungen wurden vor dem Landminen-Verbot von 1997 bis zu 110 Millionen Minen in mehr als 70 Ländern verlegt.

Die Zahl der Todesopfer ist von 26'000 im Jahr 1997 auf jeweils rund 4000 in den vergangenen Jahren gefallen. Gemäss UNO müssen noch besonders in Somalia, dem Kongo, Laos, Kambodscha, dem Irak und Afghanistan viele Minen entfernt werden.

Landminen in Syrien

Laut «Handicap International» hat Syrien seit 2012 als einziges Land Landminen eingesetzt. Der Landminen-Report 2012 der Organisation berichtet, dass in Syrien Minen an den Grenzen zur Türkei und zu Libanon verlegt wurden.

Es gebe bis zu 500'000 Überlebende von Landminenunfällen auf der Welt, heisst es weiter im Landminen-Report 2012. Die meisten von ihnen bräuchten lebenslange Unterstützung. Seit 15 Jahren seien zirka 4000 Quadratkilometer verminte Gebiete geräumt und 135 Millionen Minen zerstört worden. Trotzdem sind noch immer 60 Länder durch Minen verseucht, einige davon wurden vor über 50 Jahren gelegt, so der Bericht.

Bis kurz vor Ostern war Kim Rindlisbacher sieben Monate für einen Minen-Beseitigungs-Einsatz der Vereinten Nationen lang im Südsudan. Seine Tätigkeit ist nicht die Minenräumung selber, sondern die Koordination solcher Einsätze.

Die Suche nach Minenregionen sützt sich nach den Worten des 28jährigen im Wesentlichen auf zwei Methoden. Durch Gespräche mit Einheimischen aus betroffenen Regionen oder durch Unfälle, die auf Minen zurückzuführen sind.

Die Anti-Minen-Konvention

Die Konvention zum Verbot von Anti-Personenminen wurde 1997 erstellt und trat 1999 in Kraft. Die sogenannte Ottawa-Konvention verbietet den Unterzeichnerstaaten Einsatz, Produktion, Lagerung und Weitergabe von Landminen. Nicht ratifiziert haben 36 Staaten, darunter China, Indien, Iran, Israel, Nord- und Südkorea, Pakistan, Russland und die USA.

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