Laurent Gbagbo – ein Verbrecher gegen die Menschlichkeit?

Der ehemalige Präsident der Elfenbeinküste steht vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Laurent Gbagbo soll verantwortlich sein für hundertfachen Mord und etliche Vergewaltigungen. Doch wie viele seiner Vorgänger ist auch der 69-Jährige von seiner Unschuld überzeugt.

 Laurent Gbagbo im Gerichtssaal

Bildlegende: Unschuldig? Laurent Gbagbo auf der Anklagebank. Reuters

Laurent Gbagbo, der frühere Präsident der Elfenbeinküste, wird vor dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag der Prozess gemacht.

Wie der Gerichtshof mitteilte, wurden gegen Gbagbo «vier Anklagepunkte von Verbrechen gegen die Menschlichkeit» erhoben. Darunter fallen Mord, Vergewaltigung, Verfolgung und andere unmenschliche Taten. Gbagbo weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.

Verantwortlich für 700 Tote?

Der 69-Jährige muss sich für die gewaltsamen Auseinandersetzungen in seinem Land nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im November 2010 verantworten. Im Zuge des Machtkampfes mit seinem Rivalen, dem heutigen Staatschef Alassane Ouattara, kamen bis Mai 2011 über 3000 Menschen ums Leben. Gbagbos Anhänger sollen dabei mindestens 700 Menschen getötet und zahlreiche Frauen vergewaltigt haben.

Der Ex-Präsident des westafrikanischen Landes sitzt seit November 2011 in Den Haag in Haft. Vor der Entscheidung über einen allfälligen Prozess gegen Gbagbo durchleuchtete der Gerichtshof Aussagen von 108 Zeugen und mehr als 22'000 Seiten von Dokumenten.