Zum Inhalt springen

International Lawrow droht bei Angriff mit Vergeltung

Die Übergangsregierung in Kiew startet eine neue «Anti-Terror-Operation» gegen die pro-russischen Separatisten im Osten der Ukraine. Sie hofft dabei auf «substanzielle» Rückendeckung der USA. Der russische Aussenminister Lawrow droht mit einem militärischen Eingreifen.

Legende: Video Separatisten leisten weiter Widerstand abspielen. Laufzeit 1:07 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.04.2014.

In der ostukrainischen Stadt Slavjansk hat sich die Lage nach Ostern erneut zugespitzt. Übergangspräsident Alexander Turtschinow sagte, dass der während der Feiertage unterbrochene «Anti-Terror-Einsatz» in vollem Umfang wieder angelaufen sei. Ziel sei es, friedliche Bürger vor bewaffneten Banden zu schützen.

Die Ukraine baut bei ihrem «Anti-Terror-Einsatz» auf die Unterstützung des Westens. Die USA hätten zugesichert, «dass sie uns nicht allein mit einem Aggressor lassen werden», sagte Vizepremier Witali Jarema. «Wir hoffen, dass die Hilfe im Fall einer russischen Aggression substanzieller sein wird», fuhr er fort.

Kerry droht mit neuen Sanktionen

Die USA verlangen, dass Russland sich stärker dafür einsetzt, die Lage im Osten der Ukraine zu beruhigen. US-Aussenminister John Kerry zeigte sich gegenüber seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow «zutiefst» besorgt «über den Mangel an positiven russischen Schritten zur Deeskalation».

Ukraine-Karte
Legende: SRF

Es gebe Beweise, dass die pro-russischen Separatisten immer mehr Gebäude besetzten, sagte Kerry. Er forderte Moskau auf, sich an den in Genf vereinbarten Friedensfahrplan zu halten. Sonst würden die USA ihre Sanktionen verschärfen.

Russland zieht Vergleich mit Georgien

Lawrow reagierte seinerseits mit einer Drohung. «Wenn russische Bürger angegriffen werden, ist das ein Angriff gegen die Russische Föderation», sagte er gegenüber dem staatlichen TV-Sender «Russia Today».

Der Aussenminister verglich die Lage mit dem Georgien-Krieg von 2008. Nachdem die Region Südossetien sich von Georgien losgesagt hatte, schickte Russland Truppen, um die Separatisten zu unterstützen. «Wenn unsere Interessen direkt angegriffen werden, wie etwa in Südossetien, dann sehe ich keine andere Möglichkeit, als im Einklang mit dem Völkerrecht zu antworten.»

Der russische Aussenminister Lawrow.
Legende: Russlands Aussenminister Lawrow droht mit einem Militäreinsatz. Reuters

US-Journalist entführt worden

Medienberichten zufolge nahmen die bewaffneten russischen Separatisten in Slavjansk einen für das US-Magazin «Vice» tätigen Journalisten gefangen. «Vice» teilte mit, mit dem Aussenministerium in Washington in Kontakt zu stehen, «um die Sicherheit und den Schutz für unseren Freund und Kollegen zu gewährleisten».

Zuvor hatte der selbsternannte Bürgermeister von Slawjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow, mitgeteilt, dass der Reporter in den Händen der Separatisten sei. Die OSZE-Beauftragte für Medienfreiheit forderte dessen sofortige Freilassung. Das US-Aussenministerium wollte sich nicht zu den Berichten äussern.

Tweets zur Lage in der Ukraine

Signal an Verbündete

Das russische Militär hat ein Manöver im Kaspischen Meer begonnen. Laut Interfax nehmen 10 Schiffe und 400 Seeleute daran teil. Die Nato schätzt, dass Russlands Truppenstärke an der Grenze zur Ukraine auf rund 40'000 Mann gestiegen ist. Auch die USA wollen als «Signal an die Verbündeten» 600 Soldaten zu Manövern nach Polen und ins Baltikum senden.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

75 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    @Th.Kobelt: Die %-Zahlen die W.Helfer zitiert sind keine Vox-Analysen von Claude Longchamp sondern Tatsachen. Aber wenn sie glauben es nicht zu wissen wäre es besser sich nicht darüber zu äussern. Zum anderen: Korrekte Wahlen in der Ukraine zum heutigen Zeitpunkt: Ist ja wohl der grösste Witz. Welche Auswahl gibt es denn? Wer ist denn da vertreten?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Thomas Koblet, Rickenbach
      @W.C: Wie schon gesagt, wichtig ist dass Yanukowitsch weg ist, welche Prozentzahlen da noch im Spiel waren interessiert heute niemand mehr. Es ist ebenso wichtig dass sich alle Oligarchen und Möchtegerne-Wirtschaftsmilliardäre aus der Politik in der Ukraine fernhalten. Wahlen in der Ukraine werden zum Witz, weil Russland das nicht zulässt, da haben Sie Recht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Thomas Koblet, Rickenbach Sie haben das richtig erkannt, das Problem ist aber, es steht schon wieder ein Oligarch als Präsidentschaftsanwärter in den Startlöcher. Man müsste die Ukraine von Grund auf neu organisieren um Verbesserungen verwirklichen zu können.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    @Th.Kobelt: Die %-Zahlen die W.Helfer zitiert sind keine Vox-Analysen von Claude Longchamp sondern Tatsachen. Aber wenn sie glauben es nicht zu wissen wäre es besser sich nicht darüber zu äussern. Zum anderen: Korrekte Wahlen in der Ukraine zum heutigen Zeitpunkt: Ist ja wohl der grösste Witz. Welche Auswahl gibt es denn? Wer ist denn da vertreten?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Was im Detail in der Ukraine läuft, ist inzwischen nur noch am Rande bedeutend. Schlimmer ist, wie sich an einer unbedeutenden Frage (Soll die Ukraine zukünftig föderale Strukturen haben oder nicht?), die halbe Welt sich wieder in zwei Blöcke spaltet, zwischen denen gerade ein Handelskrieg zu entstehen droht. Man wird die friedlichen vergangenen Zeiten enorm vermissen, wenn man nicht bald zur Besinnung kommt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen