Leichte Strafmilderung für Kremlkritiker

Das Oberste Gericht Russlands sagt «Njet» zur sofortigen Freilassung von Michail Chodorkowski. Dennoch hat es für den Putin-Gegner ein leichtes Einsehen. Die Richter gewähren ihm eine kleine Strafmilderung.

Michail Chodorkowski bei der Gerichtsverhandlung im Mai 2011.

Bildlegende: Michail Chodorkowski bei der Gerichtsverhandlung im Mai 2011. Keystone

Seit fast zehn Jahren sitzt Michail Chodorkowski im Straflager. Verurteilt wegen angeblicher Geldwäscherei und Unterschlagen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschied unlängst, dass Russland Chodorkowski in einem ersten Prozess 2005 unfair behandelt habe.

Doch die russische Justiz kennt kaum Gnade für den Kremlgegner. Der Antrag auf Haftentlassung des ehemaligen Ölmagnaten wurde abgelehnt. Als kleines Zugeständnis wird die Strafe von 11Jahren nun um zwei Monate verkürzt.

Die Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa von der Moskauer Helsinki-Gruppe sagte, sie zweifle daran, dass Chodorkowski tatsächlich in einem Jahr freikomme. «Der Staat fürchtet Michail Borissowitsch (Chodorkowski), der für den fortgeschrittenen Teil der russischen Gesellschaft eine Leitfigur geworden ist», sagte sie.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Michail Chodorkowski.

    Michail Chodorkowski erhält von Strassburg teilweise Recht

    Aus Echo der Zeit vom 25.7.2013

    Das Justizverfahren, das dem russischen Oligarchen Michail Chodorkowski 13 Jahre Lagerhaft eintrug, verstiess in mehreren Punkten gegen die Europäische Menschenrechtskonvention.

    Aber: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte spricht nicht von einem politisch motivierten Urteil gegen Chodorkowski.

    Fredy Gsteiger