Letzter Giftgas-Transport aus Syrien in Italien umgeladen

Die letzte Phase der Vernichtung der von Syrien deklarierten Chemiewaffen ist in der Nacht auf Donnerstag eingeläutet worden. Mehrere hundert Tonnen Giftgas und Vorläuferstoffe wurden in Italien auf ein US-Spezialschiff umgeladen. Die Zerstörung auf hoher See werden laut Pentagon noch Wochen dauern.

Dänischer Frachter «Ark Futura» im Hafen von Gioia Tauro.

Bildlegende: Dänischer Frachter «Ark Futura» mit gefährlicher Fracht aus Syrien im süditalienschen Hafen Gioia Tauro. Keystone

20 Tonnen Giftgas und weitere 560 Tonnen Vorläuferprodukte des Nervengases Sarin sind in der süditalienischen Hafenstadt Gioia Tauro vom dänischen Frachter «Ark Futura» auf das US-Spezialschiff «MV Cape Ray» umgeladen worden. Die Aktion verlief ohne Zwischenfälle, wie das US-Verteidigungsministerium mitteilte.

Der Hafen war während der mehrstündigen Verladung an Bord der «Cape Ray» weiträumig abgesperrt. Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) überwachte den Ablauf.

Das US-Schiff ist laut Pentagon bereits wieder ausgelaufen. Die Fracht wird nun in internationale Gewässer transportiert und auf hoher See unschädlich gemacht. Und zwar im sogenannten Hydrolyse-Verfahren unter Einsatz von Wasser und verschiedenen Chemikalien. Übrig bleiben Reststoffe, die private Spezialfirmen entsorgen sollen.

OPCW: Letzten acht Prozent der deklarierten Bestände

Die «Ark Futura» hatte den syrischen Mittelmeerhafen Latakia am 23. Juni verlassen, um die Restbestände der chemischen Kampfstoffe ausser Landes zu bringen. Die Ladung entsprach laut OPCW etwa acht Prozent der deklarierten Bestände. Die übrigen 92 Prozent der Chemiewaffen aus Syrien waren bereits in den vergangenen Monaten verschifft worden.

Assad-Regime gab nach US-Drohung nach

Die syrische Staatsführung hatte der Vernichtung der Kampfstoffe zugestimmt, nachdem die USA wegen eines Chemiewaffeneinsatzes im Sommer 2013 nahe Damaskus mit einem Militärangriff gedroht hatten.

Bei der Sarin-Attacke in einem Vorort der syrischen Hauptstadt waren im August vergangenen Jahres 1400 Menschen getötet worden. Der Westen machte Präsident Bashar al-Assad dafür verantwortlich, Damaskus gab den Rebellen die Schuld.